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Klimawandel verursacht Konflikte und Kriege

erschienen in Klar, Ausgabe 7,

Liebe Bürgerinnen und Bürger!

Die Art und Weise, wie wir produzieren und konsumieren, ist verantwortlich für den fortschreitenden Klimawandel. Weniger bekannt ist, dass der Treibhauseffekt, verursacht durch den CO2-Ausstoß, immer mehr Konflikte und Kriege auslöst. So wie die knapper und teurer werdenden Erdöl- und Erdgasressourcen etwa zum Irakkrieg geführt haben. Denn der Klimawandel zerstört die Umwelt, Dürren vernichten Ernten, Überschwemmungen bedrohen Städte und Dörfer und die Gesundheit der Menschen in vielen Regionen der Welt. Nach Angaben der Münchner Rückversicherung hat sich die Zahl der ungewöhnlichen Wetterbedingungen seit den 1960er Jahren verdreifacht. Sie rechnet mit Folgekosten von jährlich 2000 Milliarden US-Dollar bis 2050, wenn nicht endlich damit begonnen wird, den CO2-Ausstoß weit über die Vereinbarungen des Kyoto-Protokolls hinaus zu reduzieren.

Die Hauptverursacher des Klimawandels sind die Industrieländer. Ihr Pro-Kopf Kohlendioxid-Ausstoß ist sechsmal höher als in den Entwicklungsländern. Sie müssen nach dem Verursacherprinzip auch den größten Beitrag zum Emissionsabbau leisten. Auch Deutschland. Zwar ist Deutschland im Unterschied zu den USA wenigstens dem Kyoto-Protokoll beigetreten. Aber die Bundesregierung kuscht vor den Automobil- und Energiekonzernen und bleibt weit hinter den Erfordernissen zurück: Auf Vorgaben für abgasarme Motoren hat sie, anders als in Japan, verzichtet. Und sie duldet, dass die vier Stromgiganten - E.on, RWE, EnBW und Vattenfall - verhindern, dass regenerative Energien und eine dezentrale Energieversorgung eine echte Chance erhalten. DIE LINKE hält daher eine Kommunalisierung der Stromversorgungsunternehmen für notwendig.

Mit freundlichen Grüßen
Gregor Gysi und Oskar Lafontaine

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