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Jedes 5. Kind in Deutschland lebt in Armut

erschienen in Klar, Ausgabe 7,

LINKE fordert Pakt gegen Kinderarmut

2,6 Millionen Kinder leben in Deutschland in Armut. Ihre Anzahl hat sich seit 2004 mehr als verdoppelt. »Das ist die höchste Kinderarmut in der Geschichte der Bundesrepublik bei niedrigster Kinderzahl«, sagt Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes. Weitere 1,5 bis 2,5 Millionen Kinder leben an der Grenze zur Armut.

Hartz-IV-Kinder müssen auf vieles verzichten: auf frisches Obst, auf neue Fußballschuhe zu Weihnachten, auf Kino und Schwimmbad. Im Monat erhalten sie lediglich 208 Euro. Das sind 6,80 Euro am Tag für Essen, Kleidung, Bildung und Gesundheit. Das sei »viel zu wenig«, meint Diana Golze (DIE LINKE). »Das Problem ist, dass sich der Regelsatz nicht nach den Bedürfnissen der Kinder richtet.«

DIE LINKE fordert einen Pakt gegen Kinderarmut. Sie wirbt für eine Kinder Grundsicherung. Golze: »Mindestens 420 Euro, das ist das Existenzminimum.« Als Erstes müsse der Kinderzuschlag für einkommensschwache Familien ausgebaut werden. Die Expertin für Kinder- und Jugendpolitik: »Alle Kinder müssen aus
der Sozialhilfe geholt werden.«

Ihr Fraktionskollege Ulrich Maurer klagt die Bundesregierung an. Diese sehe »wortgewaltig, aber tatenlos zu, wie Millionen Kinder Tag für Tag ihrer Chancen beraubt werden«. Tatsächlich sollte der Kinderzuschlag bereits 2005 reformiert werden. Das hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag angekündigt. Gehandelt haben Familienministerin von der Leyen (CDU) und Arbeitsminister Müntefering (SPD) bisher nicht.

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