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Gute Arbeit - in aller Munde und doch weit entfernt

erschienen in Klar, Ausgabe 10,

Wir wollen nicht nur Arbeit, wir wollen gute Arbeit! Auch für die Arbeit gilt das Grundgesetz: »Die Würde des Menschen ist unantastbar.« Und in der bayerischen Verfassung steht: »Die Arbeit ist die Quelle des Volkswohlstands und steht unter dem besonderen Schutz des Staates.«

In Deutschland haben Profite einen höheren Stellenwert als das Grundgesetz: Niedriglöhne, die trotz Vollzeitarbeit arm machen. Leiharbeit, die Menschen zur Ware abwertet. Arbeitsbedingungen, die man oft nicht bis 60 durchhalten kann, schon gar nicht bis 67. Kündigungsschutz, der diesen Namen nicht wert ist. Entlassungen trotz hoher Gewinne, die noch höher werden sollen. Und per-manente Angst, seine Arbeit zu verlieren. Das zeigt: Gut ist die Arbeit oft nicht.

Die Konservativen behaupten, jede Arbeit sei besser als keine - sozial sei, was Arbeit schafft. In dieser Logik wäre auch Sklaverei eine soziale Wohltat.

Gut ist Arbeit erst, wenn Arbeitnehmer und Gewerkschaften Löhne so gestalten können, dass die Beschäftigten am wirtschaftlichen Fortschritt teilhaben. Und wenn gesetzliche Arbeitsbedingungen die Menschen vor Ausbeutung und ständiger Angst, den Job zu verlieren, schützen. Das will das Grundgesetz. Das will DIE LINKE.

Klaus Ernst ist stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE

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