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Frauen bei Jobvermittlung benachteiligt

erschienen in Querblick, Ausgabe 15,

Eine Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) und anderer Forschungseinrichtungen aus dem Jahr 2009 belegt, dass Frauen weniger gefördert werden als Männer. Untersucht wurde die Umsetzung der Hartz IV-Reform aus Geschlechtersicht. In der Praxis sieht das so aus: Bei einem hilfebedürftigen Paar mit einem Kind ist der Arbeitsvermittler in erster Linie daran interessiert, den Mann in einen Vollzeitjob zu vermitteln. Die Frau in den Arbeitsmarkt zu integrieren, hat keine Priorität, da sich dies oft schwieriger gestaltet. Im Ergebnis heißt dies: Trotz des Auftrages »in Bedarfsgemeinschaften alle erwerbsfähigen Mitglieder zu aktivieren« begnügen sich viele Arbeitsvermittler damit, dass Frauen Kinder betreuen und allenfalls in Mini- oder Teilzeitjobs vermittelt werden. Es hängt vom persönlichen Engagement der Mitarbeiter der Jobcenter ab, dem entgegenzuwirken, so die Studie. Strukturell seien die Voraussetzungen unzureichend. Ende 2007 hatten rund 40 Prozent der Grundsicherungsstellen noch keine Beauftragten für Gleichstellung benannt.

Wie groß die Diskrepanzen bei der Förderung von Frauen und Männern sind, zeigen die neuesten Daten des Gender-Index für Deutschland.

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