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Entgelt-Ungerechtigkeit in Zahlen und Fakten

erschienen in Lotta, Ausgabe 6,

Hintergrundinformationen, Statistiken, Wünsche und Forderungen auf einen Blick

2012

· Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen ist um 22 Prozent niedriger als der von Männern. Bei Frauen beträgt er 15,21 Euro, Männer verdienen 19,60 Euro pro Stunde.

· Verkäuferinnen      85 Prozent

· Reinigungskräfte   73 Prozent

· Gastgewerbe         59 Prozent

· Erziehungswesen  65 Prozent

· Gesundheitsbereich  77 Prozent

 

· Der Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern liegt seit 15 Jahren auf konstant hohem Niveau von 23 beziehungsweise 22 Prozent.

· Ein Drittel der Lohnlücke lässt sich nicht auf strukturelle Gründe zurückführen. Frauen haben seit 2006 trotz gleicher Qualifikation und Tätigkeit pro Stunde 8 Prozent weniger als Männer verdient.

 

Europavergleich

In der Europäischen Union liegt der Verdienstunter- schied durchschnittlich bei 16,2 Prozent. Deutschland liegt an drittletzter Stelle. Eine höhere Entgeltungleichheit haben nur noch Estland (27,3 Prozent) und Österreich (23,7 Prozent).

 

Frauenanteil in besonders schlecht bezahlten Berufen 2010

· Verkäuferinnen                         85 Prozent

· Reinigungskräfte                         73 Prozent

· Gastgewerbe                         59 Prozent

· Erziehungswesen                         65 Prozent

· Gesundheitsbereich             77 Prozent

 

Verdienstunterschiede nach Branchen 2012

· Gesundheits- und Sozialwesen             25 Prozent

· Erziehung/Unterricht                                8 Prozent

· Gastgewerbe                                         13 Prozent

· Finanzen/Versicherungen                      30 Prozent

. Öffentlicher Dienst                                    6 Prozent

· Privatwirtschaft                                       24 Prozent

 

Ursachen für Verdienstabstände:

· Frauen gelangen seltener in Führungspositionen

· Entscheidung für frauentypische Berufe · Erwerbsunterbrechung (Kindererziehung, Pflege von Angehörigen)

· Teilzeitbeschäftigung (liegt in Deutschland deutlich über dem europäischen Niveau, 2011 arbeiteten 45,1 Prozent der erwerbstätigen Frauen zwischen 15 und 64 Jahren in Teilzeit, EU-Vergleich: 31,6 Prozent)

 

Folgen

Ende 2008 bezogen männliche westdeutsche Rentenbezieher aus der gesetzlichen Rentenversicherung 1034 Euro pro Monat. Westdeutsche Frauen kamen dagegen auf 498 Euro monatlich. Das sind 48 Prozent der Männerrenten. Das Verhältnis von eigenständigen Frauen- und Männerrenten hat sich seit den 1960er Jahren in Westdeutschland kaum verändert. In Ostdeutschland betragen die Männerrenten 994 Euro, die der Frauen 672 Euro, das sind 68 Prozent der Männerrenten.

Aus: Erster Gleichstellungsbericht der Bundesregierung

Quelle: Statistisches Bundesamt, Gender Pay Gap, 2006 bis 2012

 

Was Frauen wollen

Sie wollen raus aus der Niedriglohnfalle. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit arbeiteten im Jahr 2012 fast 29 Prozent aller vollzeitbeschäftigten Frauen unterhalb der Niedriglohnschwelle von 1926 Euro im Monat. Zum Vergleich: Bei den Männern waren es 13,8 Prozent. Als Niedriglohn gilt ein Stundenlohn von 9,14 Euro. Den hat kaum eine Beschäftigte in den von Lotta vorgestellten Branchen.

Die Frauen wollen weg von den Minijobs. Die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit listet für das Jahr 2012 knapp sieben Millionen Minijobber auf, davon sind 4 395 429 Frauen. Das macht einen Anteil von 64,1 Prozent.

 

Noch etwas wünschten sich Frauen im Jahr 2012

Eine längere Arbeitszeit – 27 Prozent der weiblichen Beschäftigten. Von den geringfügig Beschäftigten waren es sogar 54 Prozent.

Konkrete Stundenmehrwünsche pro Woche von Minijobberinnen nach Altersklassen:

15 bis 29 Jahre: 3,9 Stunden

30 bis 49 Jahre: 7,8 Stunden

50 bis 65 Jahre: 6,9 Stunden

 

Was bleibt? Die Forderung:

„Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“