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Engagiert gegen Altersarmut in Bayern

erschienen in Querblick, Ausgabe 8,

Hermine Schmidl muss jeden Cent mehrfach umdrehen

Hermine Schmidl sitzt am Tisch in ihrer Wohnung im Münchener Stadtteil Milbertshofen und schaut nachdenklich aus dem Fenster. Sie ist bereits seit einigen Jahren pensioniert und verfolgt dennoch aufmerksam die politischen Entwicklungen. »Die Entscheidungen der Großen Koalition in der Sozialpolitik sind inakzeptabel. Sie produziert soziale Kälte und sorgt bei vielen Menschen für Frust und Tränen«, sagt die einst in der Kommune engagierte Münchnerin.

Sie spüre oft, dass vor allem die älteren Menschen mit den stetig steigenden Lebenshaltungskosten ihre Probleme haben. Beim Einkaufen müsse man oft genau überlegen und rechnen, wenn man etwas zusätzlich in den Einkaufskorb legen möchte. »Menschen nach ihrem Berufsleben finanziell im Stich zu lassen, ist ungerecht und ignorant. Wir müssen etwas gegen die zunehmende Altersarmut tun«, sagt Hermine Schmidl.

Sie verfolge deshalb aufmerksam, welche Vorschläge die Linken diesbezüglich im Bundestag einbringen. »Dass die Linksfraktion so konsequent gegen die Altersarmut argumentiert, finde ich gut und richtig. Ich hoffe und wünsche mir, dass sie auch etwas erreichen kann.« Die gebürtige Schwäbin lebt seit vielen Jahren in München und fühlt sich in der bayrischen Metropole wohl. Politisch, so ergänzt sie gleich, wünsche sie sich mehr Gegengewicht zur CSU und setze auf die gewachsene Stärke der Linken. »Was die Truppe um Gysi und Lafontaine in Berlin machen, müsste in Bayern auch her, nämlich Druck von links«, meint Hermine Schmidl. In der Gesellschaft müsse es wieder gerechter zugehen. Dass es in Milbertshofen ein Kulturhaus gibt, ist auch Hermine Schmidl zu verdanken.

Die Münchnerin hat an vielen Diskussionen und Foren teilgenommen und sich für die Belange der Schwächeren engagiert. Es sei egal, ob in Berlin, Hamburg, Dresden oder München, man dürfe nicht länger hinnehmen, dass die sozial Schwachen einfach ausgegrenzt werden. »Wenn wir dagegen etwas erreichen wollen, dann müssen die Menschen mit sozialem Gewissen zusammenhalten. Ich bin für den Aufstand der Anständigen.«
Frank Schwarz