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Ein besseres Bildungssystem ist möglich

erschienen in Klar, Ausgabe 30,

Deutschlands Bildungssystem steht in der Kritik. Klar deckt vier Schwachpunkte auf und präsentiert Lösungen

1. Soziale Herkunft prägt Bildungsweg

In keinem Industrieland der Welt hängt die Bildung der Kinder so stark vom Bildungsstand und vom Geldbeutel der Eltern ab wie in Deutschland. Befördert wird diese Situation durch die extrem zeitige Gliederung im deutschen Schulsystem. Auf dem späteren Bildungsweg sorgen finanzielle Belastungen für weitere Hürden. Insbesondere ein Studium kostet viel Geld, und das BAföG entspricht nicht dem, was ein Student oder eine Studentin tatsächlich braucht. Aber auch Auszubildenden gelingt häufig nicht der Schritt in ein eigenständiges Leben, weil die Vergütung zu gering oder Gebühren zu hoch sind.

Lösung: DIE LINKE will das Schulsystem reformieren. Wir wollen Gemeinschaftsschulen für alle mit kleineren Klassen, Ganztagsschulen mit mehr sozialpädagogischer Arbeit und die Rücknahme des Turboabiturs. Für den Bereich der Hochschulen will DIE LINKE, dass die BAföG-Sätze dem tatsächlichen Bedarf angepasst werden. Um das zu erreichen, will DIE LINKE die öffentlichen Ausgaben für Bildung um jährlich 40 Milliarden Euro erhöhen.

2. Studium

Durch die Reformen der letzten Jahre ist in Deutschland ein Zwei-Klassen-System der Hochschulen und der akademischen Abschlüsse entstanden. Die Grundfinanzierung der Hochschulen wird nur noch von den Bundesländern gestemmt und verschlechtert sich laufend. Einzelne Hochschulen wurden zu Elite-Einrichtungen ernannt. Bei diesen konzentrieren sich die Gelder. Zudem hat das zweistufige Bachelor- und Master-System die Bedingungen für die Studenten extrem verschlechtert.

Lösung: Die Unterfinanzierung der deutschen Hochschulen muss beendet werden. DIE LINKE lehnt auch einen Wettbewerbsföderalismus zulasten finanzschwacher Länder ab. Es ist Aufgabe der Bundespolitik, die finanziellen Voraussetzungen für gleichwertige Studienbedingungen in allen Bundesländern sicherzustellen. Zudem darf niemandem nach Erlangen des Bachelors der Zugang zum Master versperrt werden.

3. Berufsausbildung

Fast 30 Prozent der Schülerinnen und Schüler Deutschlands landen nach ihrem Schulabschluss erst einmal im Übergangssystem, an dessen Ende kein anerkannter Berufsabschluss steht, weil sie keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Diese Ausgrenzung hat dazu geführt, dass heutzutage mehr als 2,2 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 34 Jahren keinen Berufsabschluss haben.

Lösung: DIE LINKE tritt dafür ein, allen Jugendlichen das Recht auf Ausbildung zu garantieren. Durch diesen Rechtsanspruch soll allen Jugendlichen eine hochwertige und voll qualifizierende Berufsausbildung zur Verfügung gestellt werden. DIE LINKE fordert eine solidarische Ausbildungsumlage, an der sich alle Unternehmen einer Branche beteiligen, um ein auswahlfähiges Angebot an Ausbildungsplätzen zu schaffen.

4. Personal-Mangel

Egal ob in der Krippe, der Kita, der Schule oder an Berufs- und Hochschule – überall fehlt es an Personal. Die Arbeitsbedingungen wurden schlechter, die Bezahlung ist vielerorts miserabel. Viele Regionen haben Probleme, überhaupt noch genügend Erzieherinnen und Erzieher zu finden. Auch Schulen steuern auf einen heftigen Fachkräfte­mangel zu. Durch die Steigerung der Studierendenzahlen in den letzten Jahren hat sich das Betreuungsverhältnis an den Hochschulen dramatisch verschlechtert. Ein Großteil der Dozentinnen und Dozenten ist zudem in prekäre Arbeitsverhältnisse gedrängt worden. Das gilt auch für die Beschäftigten in der Weiterbildungsbranche.

Lösung: Arbeitsbedingungen müssen verbessert und die Löhne erhöht werden. Zudem muss ein Fachkräfteprogramm für mehr und gut ausgebildetes Personal für Schulen und Kitas aufgelegt werden. Für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Hochschulen müssen Dauerarbeitsverhältnisse in Vollzeit zur Normalität werden.

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