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Editorial

erschienen in Lotta, Ausgabe 13,

Liebe Leserin, lieber Leser,

Gleichstellung ist noch nicht erreicht. Das wissen wir nur allzu gut. Und doch ist es wichtig zu sehen, wie vieles Frauen schon erstritten und erreicht haben, das uns selbstverständlich erscheint. Nicht als Beschwichtigung, sondern als Quelle von Mut und Inspiration. Die Lotta blickt deshalb auf 100 Jahre Wahlrecht zurück und noch weiter zum Kampf für Menschenrechte – auch für Frauen – in der französischen und Russischen Revolution. Die Gleichstellung ist noch nicht erreicht. Aktuell erleben wir sogar, wie bereits Verbrieftes wieder infrage gestellt wird und besonders Frauen in ihrem Alltag immer stärker unter Druck geraten. So etwa hinsichtlich des Rechts von Frauen, über ihren eigenen Körper zu bestimmen. Oder des Ausverkaufs der sozialen Infrastruktur, der Frauen sowohl auf dem Arbeitsmarkt als auch zu Hause besonders trifft. Doch historisch wie gegenwärtig erleben wir auch, wie Frauen widerständiger werden, sich engagieren, für ihre Rechte eintreten – hier und weltweit, in selbstorganisierten Initiativen, in Verbänden, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisiationen, politischen Initiativen und natürlich auch in Parteien. Von diesem vielfältigen Mosaik wollen wir einen kleinen Ausschnitt in diesem Magazin vorstellen und von dem Aufbruch von Frauen und ihrem Einsatz für eine solidarische Gesellschaft erzählen. Viel zu selten wird von der Kraft der Frauen berichtet. Die allgemeine Geschichtsschreibung und Berichterstattung lässt hier häufig eine Lücke. Dadurch fehlen Vorbilder, Anregungen und Vorarbeiten, an denen sich leichter anknüpfen lässt. Die Ausgangssituation von Frauen war nie leicht, aber wo wir uns zusammentun, mutig und selbstbewusst nach vorne gehen, da können wir auch was erreichen. Veränderung liegt auch in unserer Hand. In diesem Sinne soll diese Lotta-Ausgabe auch Ansporn und Anregung sein, Banden zu bilden und Bande zu knüpfen: sich zusammenzuschließen und aktiv zu werden und Bündnisse zu suchen, Bande zu denen zu knüpfen, die das Ziel einer emanzipatorischen Politik teilen. Meine Fraktion ist gern eine parlamentarische Bande für Frauenrechte! 

Ihre

Cornelia Möhring

Cornelia Möhring ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende und leitet den Bereich Feministische Politik in der Fraktion DIE LINKE