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Dies & Das

Von Gesine Lötzsch, Cornelia Möhring, Petra Pau, erschienen in Lotta, Ausgabe 10,

Tipps im Telegrammstil

Girls’Day

Am 23. April waren wieder Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren zu Gast in der Fraktion. Beim Speeddating kamen sie vor allem mit den weiblichen Abgeordneten ins Gespräch. Und Johanna Hennecke schrieb uns danach: „Der Girls’Day hat mir sehr gut gefallen. Ich habe viel gelernt und verstehe jetzt viel besser, wie die Bundesregierung funktioniert. Die Abgeordneten kennenzulernen und ihnen Fragen stellen zu dürfen, fand ich super. Die Führung durch das Gebäude war wirklich spannend, aber vor allem die Plenarsitzung. Insgesamt war es ein sehr schöner Girls’Day mit gutem Programm, entspannter Atmosphäre und netten Leuten. Wenn ihr nächstes Jahr wieder einen Girls’Day macht, könnt ihr ihn genauso gestalten.“

Viele Grüße Johanna Hennecke

PS: Ich kann mir jetzt, nach dem Girls’Day, wirklich vorstellen, Abgeordnete zu werden.

 

Geht hin und wehrt euch!

Am 19. September wird vor dem Bundeskanzleramt erneut ein sogenannter Marsch für das Leben beginnen. Abtreibungsgegner*innen aus Deutschland und ganz Europa fordern das Verbot und die Bestrafung von Schwangerschaftsabbrüchen. Mit einem breiten Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung wollen viele Vereine, lokale gemeinnützige Gruppen und Parteien gegen die „Lebensschützer*innen“ mobilisieren und demonstrieren. Auch die Fraktion DIE LINKE unterstützt das Anliegen und wendet sich entschieden gegen ausschließende, rechte Familienideologien, die der Lebenswirklichkeit der Menschen nicht entsprechen. Also hinkommen und sich wehren!

 

Fröhliches nachdenkliches Lesen

Seit über 20 Jahren lädt Gesine Lötzsch immer am 10. Mai zum „Lesen gegen das Vergessen“ ein. Die Veranstaltung erinnert an die schreckliche Nacht der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933. Damals brannten tausendfach Bücher deutscher Dichter und Denker. In diesem Jahr kamen – 82 Jahre danach – wieder Hunderte Menschen auf den Berliner Bebelplatz, um den prominenten Vorlesern zu lauschen. Diesmal waren dabei die Schauspieler Otto Mellies, Peter Bause, Jens-Uwe Bogadtke und Ernst-Georg Schwill. Musiker Tino Eisbrenner, Liedersänger Reinhold Andert, Gregor Gysi, Poetry Slamerin Jessy James LaFleur, Andreas Nachama, Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, und die deutsch-französische Journalistin Beate Klarsfeld. Es wurde viel+ gelacht und es gab viel Beifall: für den spöttischen Heine, den frivolen Brecht, den satirischen Gorki, einen nachdenklichen Thomas Mann. Einige Schüler der Big Soul Band der Gustav-Heinemann-Schule aus Berlin- Marienfelde überraschten mit

Wortwitz. Das Wort habe „Macht“, steige „wie Phönix aus der Asche“, sei „Gedankenträger“ und „Gedanken sind frei“. Eine wunderschöne Einladung zur Lesung gegen das Vergessen im nächsten Jahr.

 

Lotta-Lesetipp:

„Als die Soldaten kamen“

Ende des Zweiten Weltkriegs 1945. Die Soldaten, die das Land von der nationalsozialistischen Herrschaft befreiten, brachten für viele Frauen neues Leid. Zahllose Mädchen und Frauen wurden Opfer sexueller Gewalt, überall im Land. Denn entgegen der verbreiteten Vorstellung wurden nicht nur „die Russen“ zu Tätern, sondern auch Amerikaner, Franzosen und Briten. Auf Basis vieler neuer Quellen umreißt Miriam Gebhardt erstmals historisch fundiert das Ausmaß der Gewalt bei Kriegsende und in der Besatzungszeit. Zugleich beschreibt sie eindrücklich, wie die vergewaltigten Frauen in späteren Jahren immer wieder zu Opfern wurden: von Ärzten, die Abtreibungen willkürlich befürworteten oder ablehnten, von Sozialfürsorgern, die Schwangere in Heime steckten, von Juristen, die Entschädigungen verweigerten. Und nicht zuletzt von einer Gesellschaft, die bis in unsere Tage die massenhaft verübten Verbrechen am liebsten beschweigen und verdrängen würde.

Miriam Gebhardt

Als die Soldaten kamen

Die Vergewaltigung deutscher Frauen am Ende des Zweiten Weltkriegs

352 Seiten, 21,99 €, Verlag: DVA

Sachbuch

 

Zum ersten Mal ans Meer

Anfang des Jahres hatten Gregor Gysi und Petra Pau an die SOS-Kinderdörfer in Deutschland eine Spende in Höhe von 100.000 Euro übergeben. Diese Summe stammte aus der Diätenerhöhung für Abgeordnete. Die Fraktion DIE LINKE lehnte angesichts zunehmender gesellschaftlicher Armut diese Erhöhung ab. Die Koalitionsmehrheit beschloss sie, und die Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE legten das ungewollte Diätenplus daraufhin für soziale Anliegen zurück. Die Kinder in den SOS-Kinderdörfern sollten das Geld bekommen – und sie sollten selbst entscheiden, was sie damit anfangen möchten. Petra Pau hatte für das SOS-Familienzentrum in ihrem Wahlkreis Berlin-Hellersdorf gespendet. Die Kinder dort wünschten sich eine Reise an die Ostsee. Zum Sommeranfang fuhren sie los. Für die meisten war es die erste Reise ans Meer.

 

 

 

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