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Das Wohnungsdrama in Großstädten

erschienen in Clara, Ausgabe 46,

■ Insgesamt fehlen in den Großstädten rund 1,9 Millionen bezahlbare Wohnungen.

■ Die größte Versorgungslücke gibt es für Einpersonenhaushalte mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze (weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens). Hier werden über 1,4 Millionen kleine Wohnungen zu Mietpreisen zwischen 4 und 5 Euro pro Quadratmeter zusätzlich benötigt, um alle Haushalte angemessen mit bezahlbarem Wohnraum zu versorgen.

■ In München, Städten der Rhein-Main-Region und im Großraum Köln-Bonn fehlen besonders viele Wohnungen für armutsgefährdete Haushalte.

■ In Berlin, Leipzig, Dresden leben viele Niedrigverdienende, für sie fehlt bezahlbarer Wohnraum ebenso wie in Städten mit hohem Mietniveau wie München, Stuttgart, Düsseldorf.

■ Die mengenmäßig größten Defizite an leistbaren Wohnungen gibt es in Berlin (310.000 Wohnungen), Hamburg (150.000 Wohnungen), Köln (86.000 Wohnungen) und München (78.000 Wohnungen).

■ In knapp 50 Prozent aller Haushalte in 77 untersuchten Großstädten lebt nur eine Person. Den 6,7 Millionen Einpersonenhaushalten stehen aber nur rund 2,5 Millionen Kleinstwohnungen gegenüber.

■ Für Haushalte unterhalb der Armutsgrenze (60 Prozent Bundesmedian) halten die Wohnungsbestände in den untersuchten Städten weniger als 25 Prozent leistbare Wohnungen bereit.

■ Die Angebotsmieten sind in fast allen Städten höher als die Bestandsmieten. Sie bieten keinen Beitrag zur Verbesserung der sozialen Wohnungsversorgung in Großstädten.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung, Wie viele und welche Wohnungen fehlen in deutschen Großstädten, April 2018

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