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Das letzte Wort habe ich – meist ein gutes

erschienen in Querblick, Ausgabe 2,

Monique Troedel kandidiert als Parteilose für die Bremer Bürgerschaft

Monique Troedel macht aus ihrer politischen Heimat keinen Hehl und gilt für viele Bremer als anerkannte Streiterin für die Rechte der Frauen. Seit 30 Jahren engagiert sich die geborene Französin als Gewerkschafterin. »Ich fühle mich schon immer zu den Linken hingezogen, bewahre mir aber eine kritische Distanz«, sagt sie und verweist darauf, politische Profile nicht zu Gunsten von Bürokratie und billiger Gemeinsamkeiten aufzugeben.

»Meine Stärke ist es, Bündnisse zu schließen. Aber den politischen Biss würde ich dafür nie aufgeben.« Es gehe ihr darum, ein glaubwürdiges Ziel erreichen zu wollen und das auch vorzuleben. Den Unterschied zwischen einer Illusion und einer Vision möchte sie aufzeigen. Dabei ist Monique Troedel vor allem kämpferische Feministin. Wer sich in einen Disput mit ihr begibt, spürt ihre Hartnäckigkeit. Die kleine, zierliche Frau ist oft hart in der Sache, nicht aber ohne auf ihren Gerechtigkeitssinn und ihre Fairness zu verzichten. »Wenn es um die Benachteiligungen wegen des Geschlechts, wenn es um geschlechtliche Ausgrenzung geht, dann bin ich rechthaberisch. Das letzte Wort habe ich.«

 Die seit Jahren in Bremen lebende Frau hat ihre Erfahrungen mit der Ausgrenzung als allein erziehende Mutter ebenso gemacht, wie sie Lohnunterschiede bei gleicher Arbeit selbst bei Gewerkschaftern hinnehmen musste. »Wir Frauen dürfen nicht über den Bauch erpressbar sein. So manche Männerbündnisse haben schon zu viele Frauen vergrault«, sagt Monique Troedel. Sie streitet vor allem für den Mindestlohn, weil der hauptsächlich die Frauen betrifft.

In Bremen hat Monique Troedel deutliche Spuren ?als engagierte Feministin hinterlassen: Sie hat das Gleichstellungsgesetz initiiert. Sie war es auch, die Gewalt gegen Frauen in die Bremer Öffentlichkeit gebracht hat und am 8.März 1988 erstmals für einen geschützten Raum im Parlament sorgte, in dem sich betroffene Frauen gegenüber den Abgeordneten über ihr Schicksal offenbaren konnten. Monique Troedel ist Anhängerin einer Quote, will sogar noch mehr. »Es geht um keine mathematische, sondern eine politische Lösung. Frauen allein sind kein Programm. Männer aber auch nicht.«

Frank Schwarz

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