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Aus drei mach eins!

erschienen in Clara, Ausgabe 46,

Mit der Vorlage eines ersten Entwurfs der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung geht die Pflegeberufereform in eine neue Runde. Die generalistische Pflegeausbildung soll Anfang 2020 beginnen. Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung wird in den nächsten Monaten das parlamentarische Verfahren durchlaufen und soll nach Aussage des Gesundheitsministers noch vor der Sommerpause verabschiedet werden. Was bisher noch vollständig fehlt, ist eine Finanzierungsverordnung für die Ausbildung.

Eine Ausbildung für alle mit Auswirkungen

In der generalistischen Pflegeausbildung sollen die drei Ausbildungsberufe Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege zu einem Beruf zusammengefasst werden. Weil dieses Gesetz schon in der Entstehung von vielen Seiten stark kritisiert wurde, gibt es inzwischen zahlreiche Kompromisse und Übergangsfristen für die Umstellung der Ausbildungsgänge. Einigkeit besteht nur darin, dass das Gesetz am Ende zu einer einheitlichen Berufsausbildung führen soll. Die Befürworterinnen und Befürworter der Generalistik sind der Meinung, dass der Pflegeberuf dadurch attraktiver wird und sich vor allem mehr junge Menschen für diese Ausbildung entscheiden werden. Die Fraktion DIE LINKE befürchtet gemeinsam mit vielen Berufsverbänden und Initiativen, dass die Fachkompetenz der einzelnen Berufe damit verloren geht. Vor allem in der Altenpflege und auch in der Kinderkrankenpflege gibt es umfangreiches Spezialwissen, um die Menschen in diesen besonderen Altersgruppen richtig pflegen zu können. Natürlich muss jede Pflegerin, jeder Pfleger eine Grundausbildung für die Pflege von Menschen in allen Altersgruppen besitzen, aber geht das besondere Fachwissen gerade in der Kinder- und Altenpflege verloren, hat es Auswirkungen auf die Qualität der Pflege.

Reform ohne Zeitverlust

Dass eine Reform der Pflegeberufe die Qualität der Ausbildung verbessern muss, ist allgemein anerkannt. Um eine hohe Ausbildungsqualität zu gewährleisten, hat die Linksfraktion ein Konzept der integrierten Ausbildung vorgelegt. Wir wollen die besonderen Qualifikationen und Kompetenzen der einzelnen Pflegeberufe in der Ausbildung sichern. Damit muss in der Grundausbildung begonnen werden. In der Altenpflege ist dabei das neue Pflegeverständnis, das auf Selbstständigkeit und Teilhabe der zu Pflegenden zielt, besonders wichtig. Die Professionalität der Pflegekräfte soll gestärkt werden. Die Fraktion DIE LINKE setzt sich deshalb für eigenständige Berufsabschlüsse ein, sowohl in der Krankenpflege als auch in der Kinderkranken- und Altenpflege. Darüber hinaus streiten wir für eine gute Ausbildungsvergütung und für eine bessere Anleitung in der praktischen Ausbildung.

Mehr unter: http://gleft.de/2h0

Pia Zimmermann ist pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE

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