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25.000 Schlecker-Frauen verlieren Jobs

erschienen in Klar, Ausgabe 25,

Die Drogeriekette wird endgültig zerschlagen, die Bundesregierung ignoriert die Not der Verkäuferinnen.

Aus und vorbei: Die Drogeriekette Schlecker wird zerschlagen. Über 25 000 Beschäftigte verlieren ihre Arbeit. Kein Investor war bereit, das Unternehmen zu retten. Nun zahlen die Verkäuferinnen und ihre Familien für Fehler von Management und Politik.

»Schuld hat Firmenbesitzer Anton Schlecker, der ein Großunternehmen führte wie eine Würstchenbude, ohne einen kontrollierenden Aufsichtsrat und ohne wirkliche Mitbestimmung der Beschäftigten«, sagt Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.

Schuld hat auch die Bundesregierung, die den ehemaligen Multimilliardär jahrelang gewähren ließ. Sie heizte durch die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten den Dumpingwettbewerb im Einzelhandel mit an. Und sie verweigerte eine Bürgschaft für eine Transfergesellschaft, die die Not der Verkäuferinnen abgemildert hätte.
Die Fraktion DIE LINKE fordert die Bundesregierung auf, sich für die Schlecker-Verkäuferinnen einzusetzen und einen Sozialfonds einzurichten, um den Beschäftigten zu helfen. Und sie setzt sich dafür ein, Mitbestimmungsrechte der Beschäftigten auszuweiten. Denn nur dann können sie die Geschäftspolitik beeinflussen und Fehler des Managements korrigieren. Zudem fordert DIE LINKE die Regierung auf, zu prüfen, wie Teile des Unternehmens eigenständig fortgeführt werden können, etwa als Genossenschaft.

Schlecker steht stellvertretend für andere große Supermarktketten. Einige wenige Familienbetriebe wie Aldi, Lidl, dm und Rossmann sind durch die Arbeit von Hunderttausenden Verkäuferinnen zu gigantischen Konzernen herangewachsen. Die Besitzer haben Milliarden Euro angehäuft. Die Beschäftigten werden dagegen mit prekären Jobs und Niedriglöhnen abgespeist.

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