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Wer braucht Stromautobahnen?

Pressemitteilung von Dorothée Menzner,

"Wie das Stromnetz der Zukunft aussehen soll, darf nicht den einseitig auf Profitmaximierung ausgerichteten Entscheidungen einiger privater Großkonzerne überlassen werden, sondern muss das Ergebnis einer breiten gesellschaftlichen Debatte sein. Die Frage ist nicht, was die Netzbetreiber gerne hätten, sondern was die Gesellschaft braucht", erklärt Dorothée Menzner, energiepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zu den Ankündigungen der Industrie und Netzbetreiber, Milliarden in sogenannte Stromautobahnen zu investieren. Menzner weiter:

"Es ist richtig, dass das Stromnetz ausgebaut werden muss. Die Frage ist nur: Wie? DIE LINKE setzt sich für dezentrale Energieerzeugung ein. Strom soll im Wesentlichen dort produziert werden, wo er verbraucht wird. Wenn die Übertragungsnetzbetreiber als Abkömmlinge der großen Energiekonzerne Milliardeninvestitionen ankündigen, ist Vorsicht geboten. Es deutet darauf hin, dass sie weiter auf Großerzeugerstrukturen setzen. Die Kosten dafür werden auf die Verbraucher abgewälzt, doch die sollten mitreden dürfen, bevor sie zur Kasse gebeten werden. Wenn die Netzbetreiber nicht viele Stuttgart 21 schaffen wollen, müssen sie bei jedem einzelnen Kilometer Leitung nachweisen, dass er auch tatsächlich gebraucht wird. Und da wird es schwierig, denn bislang ist nicht absehbar, wie sich der Ausbau der erneuerbaren Energien entwickeln wird und wie die Erzeugungsstrukturen in 20 Jahren aussehen werden. Wenn man das nicht weiß, sollte man auch nicht wild drauflos bauen. Wo sinnvolle und notwendige Infrastrukturmaßnahmen in erster Linie unter dem Gesichtspunkt des Profits betrachtet werden, kommt das Gemeinwohl schnell unter die Räder."

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