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Wer am Schulessen spart, verdirbt die Bildung

Pressemitteilung von Karin Binder,

„Mit miesem Schulessen muss endlich Schluss sein. Es kann nicht sein, dass die Kleinsten mit verdorbenen und abgelaufenen Waren abgespeist werden, damit Kommunen und Caterer Geld sparen. Die Ernährung hat enormen Einfluss auf die Lernleistung und Entwicklung der Kinder. Wer beim Schulessen geizt, verdirbt die Bildung“, erklärt Karin Binder, ernährungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, nach den gestern ausgestrahlten Berichten von „Team Wallraff“ bei RTL zu Verstößen gegen die Lebensmittelhygiene bei Essen in Schulen und Kitas. Binder weiter:

„Für gutes Schulessen brauchen wir mindestens fünf Euro je Kind am Tag. Die Bundesregierung soll deshalb pro Jahr 4,4 Milliarden Euro für lernstarke Mahlzeiten zur Verfügung stellen. Der Bund hat gegenüber unseren Kindern eine soziale Fürsorgepflicht und ist für die gesundheitliche Vorsorge verantwortlich. Da kann er sich nicht mit der Bildungshoheit der Länder rausreden.

Die Kosten sind der Kern des Problems. Viele Schulen haben nicht einmal zwei Euro pro Kind und Mahlzeit zur Verfügung. Davon kauft der Caterer die Waren ein, deckt Personal- und Energiekosten, liefert aus oder betreibt die Mensa. Dann greift Finanzminister Schäuble auch noch 19 Prozent Mehrwertsteuer ab – ein Skandal. Am Ende sind die Mahlzeiten zerkocht, von langen Stehzeiten fade und mit Krankheitskeimen belastet. Die Kinder reagieren darauf deutlich: Nach einer Studie der Hochschule Hamburg meidet jeder zweite Schüler an Ganztagsschulen die Kantine.

DIE LINKE fordert Ernährungsminister Schmidt auf, unverzüglich bundesweit verpflichtende Qualitätsstandards für die Kita- und Schulverpflegung durchzusetzen und die Finanzierung sicherzustellen“.

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