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Vorauseilender Gehorsam in der ARD

Pressemitteilung,

"Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach diktiert der ARD, mit wem er diskutiert und mit wem nicht", kommentiert der Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Hendrik Thalheim, die Ausladung von Sevim Dagdelen, migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, durch die Redaktion der Sendung "Anne Will". "Sachkompetenz und Diskussionsfähigkeit scheinen eine untergeordnete Rolle zu spielen." Dagdelen war von der Redaktion zunächst zur übermorgen geplanten Sendung über Fragen der Integration eingeladen und dann mit dem Hinweis auf ihre Mitgliedschaft im Verein "Rote Hilfe" wieder ausgeladen worden. Thalheim weiter:

"Wenn der Verfassungsschutzbericht über einen Verein, der im Kern versucht, Angeklagten rechtsstaatlich gebotenen juristischen Beistand zuteil werden zu lassen und Bürgerrechte zu verteidigen, als Vorwand für eine Ausladung herhalten muss, zeigt das ein seltsames Verständnis von Meinungsfreiheit. Es ist auch fragwürdig, wenn eine Talkshow Angst vor Diskussionen hat und meint, Diskussionspartner so auswählen zu müssen, dass sie Unions-Mitdiskutanten gefallen. Derart vorauseilender Gehorsam stellt das Licht der Redaktion und der Moderatorin doch in einer Art unter den Scheffel, dass man versucht ist, nach anderen Gründen zu suchen.

Sevim Dagdelen hätte mit ihrer Biographie, ihrer Persönlichkeit, ihren politischen Positionen bei 'Anne Will' vieles zu den Anforderungen und Bedingungen für eine erfolgreiche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund beitragen können. Dass die ARD dies ihren Zuschauerinnen und Zuschauern unter fadenscheinigen Vorwänden vorenthält und sich schon jetzt bei der kommenden schwarz-gelben Regierung lieb Kind zu machen sucht, wirft ein bezeichnendes Licht auf die geistig-moralische Entwicklung des Landes."

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