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Veterinärepidemiologische Forschung muss dringend verstärkt werden

Pressemitteilung von Kirsten Tackmann,

Zum aktuellen Nachweis des Erregers der Geflügelpest von H5N1 bei einer tot aufgefundenen Katze im Umfeld des endemischen Geschehens an der Wittower Fähre (Rügen) erklärt die agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE., Kirsten Tackmann:

Dieser Nachweis stellt mehr Fragen, als jetzt mit vorschnellen Bewertungen beantwortet werden können. Bereits seit 2004 ist bekannt, dass Katzen für H5N1 nicht nur empfänglich sind, sondern an einer experimentellen Infektion mit diesem Erreger auch sterben können und die Infektion an Sentinelkatzen weiter geben, die ebenfalls erkranken. Daher ist nicht der Fakt dieses Befundes so sehr brisant. Viel wichtiger wäre die Beantwortung solcher Fragen wie zum Beispiel die nach dem Infektionsweg. Ist die Umweltkontamination mit diesem Virus so hoch, dass sie als Infektionsquelle in Frage kommt? Was bedeutet das für die Infektionsgefährdung der regionalen Wildvogel- und Nutzgeflügelpopulationen? Da Katzen keine Aasfresser sind, ist wohl neben der Umweltkontamination nur eine zweite Infektionsquelle denkbar: erbeutete Singvögel. Bislang wurde aber deren Rolle im Infektionsgeschehen eher als unbedeutend beurteilt. Muss das revidiert werden? Was bedeutet das für die Ausbreitungstendenz des Virus und für die Gefährdung der Nutzgeflügelbestände?

Vor diesem Hintergrund beweist der Nachweis von H5N1 bei einer tot aufgefundenen Katze auf Rügen vor allem eines: die Forschung zu den Faktoren, welche die Häufigkeit, die Übertragung und die Verbreitung von Infektionserregern in Wild- und Nutztierpopulationen beeinflussen, muss dringend verstärkt werden.

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