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Vertrauenskrise des Schulsystems ist Ausdruck verfehlter Bildungspolitik

Pressemitteilung von Nele Hirsch,

Die Bundesbildungsministerin Annette Schavan hat heute bei der Eröffnung der Bildungsmesse „didacta“ davor gewarnt, die Vertrauenskrise des deutschen Schulsystems zu verschärfen und die Reform der Gymnasien weiter schlecht zu reden. Dazu erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Nele Hirsch:

Die Ministerin darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen. Die Vertrauenskrise des Schulsystems ist Ausdruck verfehlter Bildungspolitik. Statt die Bildungsmisere fortwährend zu ignorieren oder schönzureden, muss endlich gehandelt werden. Die Probleme der Schülerinnen und Schüler und die Proteste der Eltern bei der flächendeckenden Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8) müssen ernst genommen werden. Die Umstellung erfolgt in den Ländern meist ohne eine hinreichende Anpassung der Lehrpläne wie Stundentafeln und führt zu einer wesentlichen Erhöhung des Leistungsdrucks. Wer hier - wie Schavan - keinen Änderungsbedarf sieht, gibt der allgemeinen Vertrauenskrise nur neue Nahrung.

Absolut unverständlich bleibt auch Schavans erneuerte Absage an eine grundlegende Schulstrukturreform. Im deutschen Schulsystem werden nachweislich noch immer die Kinder abgehängt und fallengelassen, die aus einem einkommensschwachen Elternhaus kommen oder einen Migrationshintergrund haben. Es ist unverantwortlich, dieser sozialen Ungleichheit im Bildungssystem nichts entgegensetzen zu wollen.

DIE LINKE fordert von der Bundesregierung einen sozialen Bildungspakt. Bund, Länder und Kommunen müssen gemeinsam dafür Sorge tragen, dass das Recht auf Bildung in Deutschland nicht weiter mit Füßen getreten wird. Ziel muss eine Gemeinschaftsschule sein, in der Kinder und Jugendliche länger gemeinsam lernen können und in der das Prinzip der Auslese endlich durch das Prinzip der individuellen Förderung abgelöst wird.

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