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Union anscheinend weiterbildungsresistent

Pressemitteilung von Volker Schneider,

Volker Schneider, renten- und wissenschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE., kritisiert die Ankündigung des zuständigen Berichterstatters der Unions-Fraktion, Uwe Schummer (CDU), die Union wolle neue Anreize für die berufliche Weiterbildung setzen.

Ganz offensichtlich ist der Union angesichts der gestern vom Statistischen Bundesamt vorgelegten aktuellen Daten zu den Bildungsausgaben gehörig der Schreck in die Glieder gefahren. Danach hat allein die Bundesagentur für Arbeit ihre Bildungsausgaben um 3,8 Mrd. Euro gesenkt. Jetzt will die Union anscheinend wieder milliönchenweise die Ausgabe aufstocken und im wesentlichen private Investitionen in die Weiterbildung anregen.
Die Vorschläge der Koalition, und das sollte nun allmählich auch Herr Schummer kapieren, richten sich in erster Linie an Besserverdienende. Die eigentliche Zielgruppe, nämlich Geringqualifizierte und Beschäftigte aus dem Niedriglohnbereich, werden damit nicht erreicht. Diese Menschen müssen ihre ohnehin geringen Ersparnisse für andere Zwecke, nämlich für den Konsum und die Altersvorsorge, einsetzen. Eine Förderung der Vermögensbildung und erst recht Darlehensprogramme gehen an der Lebenswirklichkeit dieser Menschen schlichtweg vorbei.
Auch für Geringqualifizierte und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus dem Niedriglohnsektor muss gelten: Leistung muss sich lohnen. Zuerst muss sich die Attraktivität von Weiterbildungsmaßnahmen positiv verändern, dann steigt auch das Interesse daran und die Bereitschaft, zusätzliche eigene Mittel aufzubringen. Nur in dieser Reihenfolge wird ein Schuh daraus.
Auch zusammen genommen werden die leider nicht neuen Vorschläge der Union den Herausforderungen des technologischen Wandels nicht gerecht. Im Gegenteil, es steht zu befürchten, dass diese Vorschläge dazu führen, dass sich die Arbeitgeber sich weiter aus ihrer Verantwortung für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verabschieden. Dabei liegt der Erwerb notwendiger Qualifikationen in ihrem eigenen Interesse. Gut Aus- und Weitergebildete sind ein Garant für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens.
Eine grundlegende Umsteuerung erfordern die Weiterbildungsaktivitäten der Bundesagentur für Arbeit. Das Konzept des Billigen Jakob ist gründlich gescheitert. Der Preisdumpingwettbewerb hat zu einem gravierenden Verfall der Qualität der Maßnahmen geführt. Die ausschließliche Konzentration auf in ihrer Wirkung zweifelhafte Kurzzeitmaßnahmen hat sich nicht etwa als Schnäppchen sondern als herausgeschmissenes Geld erwiesen. Was wir wieder brauchen, ist der Erwerb echter, arbeitmarktrelevanter Qualifikationen! Und dafür brauchen wir optimal ausgestatte Weiterbildungsträger, mit hochqualifiziertem Ausbildungspersonal und vor allem einer ausreichend langen Ausbildungsdauer.

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