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Sicherheitsmängel an Atomanlagen sind keine Überraschung

Pressemitteilung von Dorothée Menzner,

"Die Berichte über Sicherheitsmängel an europäischen Atomanlagen sind keine Überraschung. Es ist kein Geheimnis, dass es permanent zu besorgniserregenden Zwischenfällen an den Atomanlagen kommt. Eher überrascht es, dass diese Mängel von der EU-Kommission eingeräumt werden", kommentiert Dorothée Menzner, energiepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, erste Details des Europäischen Stresstest-Gutachtens, das am Mittwoch vorgestellt werden soll. Menzner weiter:

"Die geschätzten Kosten von 25 Milliarden Euro für nötige Nachrüstungen könnten noch untertrieben sein. Die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass auch an vermeintlich sicheren und unbedenklichen Atomanlagen gravierende Zwischenfälle eintreten können, wie zum Beispiel in Tihange in der Nähe von Aachen, wo ein Abklingbecken leckt und der Primärkühlkreislauf mehrere Risse aufweist, oder im AKW Fessenheim an der französisch-deutschen Grenze.Bemerkenswert ist, dass die EU-Kommission Sicherheitsmängel an Reaktoren moniert, die beim deutschen Stresstest im vergangenen Jahr nicht bekannt geworden waren. Die deutschen Atomaufsichtsbehörden sollten den Maßstab überdenken, den sie bei der Überprüfung der Atomkraftwerke angelegt haben, und ihren Test wiederholen. Dabei wäre es hilfreich, wenn die Behörden die AKW-Gelände auch tatsächlich betreten und die technischen Spezifikationen überprüfen würden, statt lediglich die Betreiber der Anlagen Fragebögen ausfüllen zu lassen.Auf das Europäische Stresstest-Gutachten bzw. die seit langem bekannten gravierenden Sicherheitsmängel kann es nur eine Antwort geben: Die Europäische Atomgemeinschaft EURATOM muss aufgelöst und alle Reaktoren müssen so schnell wie möglich abgeschaltet werden."

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