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Reformstau in der Bildungspolitik

Pressemitteilung von Rosemarie Hein,

"Die Ergebnisse des Berichts belegen erneut den Reformstau in der bundesdeutschen Bildungspolitik, deren System nach wie vor aufgrund sozialer Herkunft oder Behinderung massiv ausgrenzt. Die Politik stellt sich stur: Fehlende Unterstützung bei der Umsetzung von Inklusion und ein selbstverschuldeter Fachkräftemangel sind nur zwei Schwachpunkte von vielen. Das Schönreden der Zustände und das Schieben der Schuld auf andere helfen den jungen Menschen nicht, die die verpfuschte Bildungspolitik ausbaden müssen", erklärt Rosemarie Hein, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zum heute vorgestellten Nationalen Bildungsbericht 2014. Hein weiter:




"Erschreckend ist, dass die Zahl der allgemeinbildenden Schulen weiterhin abnimmt. Offensichtlich zieht sich der Staat immer mehr aus der Verantwortung für die Schulbildung. Insbesondere die Verweigerung der bildungspolitischen Zusammenarbeit von Bund und Ländern wird immer mehr zum Hemmschuh. So schiebt die Bundesregierung die Zuständigkeit für die Umsetzung von Inklusion auf die Länder ab und lässt zu, dass die Einführung des gemeinsamen Unterrichts zum Sparprogramm wird, obwohl gerade dort eine zusätzliche Förderung notwendig ist, um Qualität zu sichern und zu steigern.

In der beruflichen Bildung sieht es nicht besser aus. Obwohl die Zahl der Schulabgängerinnen und Schulabgänger schrumpft, finden insbesondere junge Menschen mit Hauptschulabschluss nur schwer einen Ausbildungsplatz. Wenn 250.000 Schulabgänger im sogenannten Übergangssystem landen und drei Viertel von ihnen einen Haupt- oder Realschulabschluss haben, läuft etwas falsch. Zu lange haben Politik und Unternehmen sich darauf ausgeruht, dass es ein Überangebot an Ausbildungsnachfrage in allen Berufen gebe. Politik und Wirtschaft müssen das Angebot an Ausbildungsplätzen an den Zahlen aller Ausbildungssuchenden orientieren und nicht ausschließlich nach kurzfristigen, marktwirtschaftlichen Kriterien handeln.

DIE LINKE fordert ein Recht auf Ausbildung für alle. Dafür braucht es eine Ausbildungsumlage, an der sich alle Betriebe beteiligen. Das würde ausbildungsbereite Betriebe unterstützen und zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen. Wir brauchen grundlegende Veränderungen im gesamten Bildungssystem und keine halbherzige Flickschusterei."

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