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Nicht nur Symptome, sondern Ursachen bekämpfen

Pressemitteilung von Nele Hirsch,

Die Bundesregierung hat angekündigt, den Kampf gegen den Analphabetismus zu verstärken. Dazu erklärt Nele Hirsch, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.:

Die Ankündigung der Bundesregierung, in den kommenden fünf Jahren 30 Millionen Euro für die Bekämpfung des Analphabetismus auszugeben, greift erheblich zu kurz. Die zentrale Frage, warum das deutsche Bildungssystem so viele Analphabetinnen und Analphabeten produziert, stellt sich die Bildungsministerin Annette Schavan nicht. Doch ein System, das mehr als vier Millionen Erwachsene ohne hinreichende Lese- und Rechtschreibkenntnisse entlässt, ist offenkundig in den Grundfesten falsch aufgestellt.

Statt nur im Nachhinein mit unzureichend finanzierten Sonderprogrammen und punktuellem Aktionismus in die Reparatur zu gehen, brauchen wir eine umfassende Bildungsreform, die Bildungsblockaden, Sackgassen und die soziale Auslese im Bildungssystem grundsätzlich bekämpft.

Das Ziel muss sein, alle Kinder von Anfang an zu fördern und auf einen gezielten Nachteilsausgleich hinzuwirken. Die derzeitige Politik der Bundesregierung läuft genau in die entgegengesetzte Richtung. Für die Ministerin haben Elitebildung und Auslese Vorfahrt vor der Förderung aller Kinder und Jugendlichen. Kritik verdient insbesondere die vor der Sommerpause beschlossene Föderalismusreform: Hier hat die Große Koalition ein Kooperationsverbot von Bund und Ländern im Grundgesetz festgeschrieben. Programme wie das Ganztagsschulprogramm sind damit künftig verfassungswidrig.

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