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Müllers Initiative zur Hungerbekämpfung verfolgt falsche Strategie

Pressemitteilung von Niema Movassat,

„Entwicklungsminister Gerd Müller setzt mit seiner Sonderinitiative bei der Hungerbekämpfung auf die falsche Strategie und die falschen Partner“, erklärt Niema Movassat, Sprecher für Welternährung der Fraktion DIE LINKE, zur heutigen Konferenz „EINEWELT ohne Hunger – unsere Verantwortung“. „Müller stillt damit die Profitgier europäischer Agrarkonzerne, nicht den Hunger der Notleidenden.“ Movassat weiter:

„Eine Industrialisierung der Landwirtschaft nach europäischem Vorbild, wie sie Müller vorschwebt, würde die meisten afrikanischen Staaten in eine ökologische und soziale Katastrophe führen. Die Sonderinitiative geht davon aus, dass der Schlüssel zur Hungerbekämpfung bei der Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktivität liegt. Dieser Erklärungsansatz kommt hauptsächlich Agrarkonzernen, die chemische Inputs in Form von Dünge- und Spritzmittel, hybrides Saatgut oder große Erntemaschinen produzieren, zu Gute. Nicht umsonst hat Müller Unternehmen wie Bayer oder BASF zu wichtigen Partnern seiner Sonderinitiative gemacht. In den Grünen Innovationszentren, die Müller in 13 afrikanischen Ländern und Indien aufbauen lässt, können sich die Unternehmen einen neuen Kundenstock aufziehen und sich somit neue Absatzmärkte schaffen.

An den Bedürfnissen der Kleinbauern, die bis heute 80 Prozent der afrikanischen Lebensmittel herstellen, gehen die Grünen Innovationszentren ebenso wie die gesamte Sonderinitiative vorbei. Sie brauchen gesicherten Zugang zu Land, lokal angepasste Technologien und geschützte Absatzmärkte, die nicht von europäischen Dumpingwaren überschwemmt werden. In Zeiten des Klimawandels müssen wir zudem agrarökologische Methoden stärken und dürfen nicht weiter auf umwelt- und klimaschädliche Anbauverfahren setzen. Wie eine erfolgreiche Hungerbekämpfung, die die Interessen und Bedürfnisse der Kleinbauern und Hungernden ins Zentrum stellt, aussehen kann, haben wir in unserem Antrag ‚Hunger bekämpfen, Recht auf Nahrung stärken‘ aufgeführt.

Wenn bei Minister Müller nicht schnell ein Umdenken einsetzt, wird er sein Ziel, eine Welt ohne Hunger aufzubauen, verfehlen.“

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