Schließen

Skip to main content

Milch für die Region und nicht für den Agrarexport

Pressemitteilung von Kirsten Tackmann,

„Das Jammern des Bauernverbandes über das weiter bestehende Russlandembargo ist heuchlerisch. Vielmehr ist das ein weiteres Zeichen dafür, dass Exportstrategien hochriskant sind. Trotzdem rührt eine unheilige Allianz aus Bauernverband und Bundesregierung weiter die Werbetrommel für Agrarexporte. Stattdessen wäre mehr Regionalität sowohl im Interesse der einheimischen Branche als auch der Verbraucherinnen und Verbraucher“, kommentiert Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, die aktuelle Diskussion des Bauernverbandes zur Milchpolitik. Tackmann weiter:

„Der Ausstieg aus der Milchquote und der Einstieg in einen grenzenlosen Wachstumsmarkt wurden von den Weltmarkt-Fetischisten unlängst noch laut bejubelt. Der Kater danach war absehbar. Den schlechten Milchpreis und die Bedrohung vieler Milchviehbetriebe nun vor allem dem Russland-Embargo anzulasten, ist unseriös. Embargos lösen nie politische Probleme. Es leiden meist Unschuldige unter ihnen. Aber wer einseitig auf Agrarexporte setzt, nimmt billigend in Kauf, dass sich Exportbedingungen zeitweise auch verschlechtern können. Die Milchmenge muss flexibel auf Bedarfsdeckung der Nachfrage auf dem EU-Markt ausgerichtet werden. Milchseen sind teuer und werden nicht gebraucht. Doch Agrarminister Schmidt, CDU/CSU und SPD sowie der Bauernverband blockieren bei der Milch eine Mengenregulierung, obwohl das beim Wein ein vollkommen akzeptiertes Instrument ist. Deshalb stehen die Milchbauern mit dem Rücken zur Wand und es sterben täglich mehr Betriebe. Damit ist gleichzeitig das Grünland gefährdet, das für den Klimaschutz und biologische Vielfalt wichtig ist. Das ist eine Bankrotterklärung der herrschenden Agrarpolitik.“

Auch interessant