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MdB Nele Hirsch ruft zur Beteiligung am Praktikanten-Aktionstag auf

Pressemitteilung von Nele Hirsch,

Am 1. April findet ein von Gewerkschaften und anderen Organisationen getragener europaweiter Aktionstag zum Praktikum statt. Unter anderem soll in Berlin und Dresden im Rahmen öffentlicher Kundgebungen und Aktionen auf die prekären Beschäftigungs- und Lebensverhältnisse von Praktikantinnen und Praktikanten hingewiesen werden. Hierzu erklärt Nele Hirsch, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.:

Praktika sind ein besonders drastisches Beispiel für prekäre Beschäftigungs- und Lebensverhältnisse beim Berufseinstieg. Obwohl ein Praktikum eigentlich vorwiegend der eigenen Weiterbildung dienen soll, werden Praktikantinnen und Praktikanten immer häufiger als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. Es ist höchste Zeit, dass Jugendliche sich auch in der Bundesrepublik gemeinsam gegen diese Politik zur Wehr setzen und gesetzliche Regelungen für Praktikantinnen und Praktikanten einfordern. Die Aktionen am 1. April werden von der Fraktion DIE LINKE. deshalb unterstützt.

Von prekären Beschäftigungsverhältnissen beim Berufseinstieg sind vor allem auch Ausbildungsplatzsuchende betroffen. Anstatt direkt in ein reguläres Ausbildungsverhältnis übernommen zu werden, bieten immer mehr Betriebe so genannte im Rahmen des Ausbildungspaktes geschaffene Einstiegsqualifizierungen an. Diese staatlich subventionierten Praktika sind eine weitere Warteschleife für Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz finden. Wer speziellen Förderbedarf hat oder zu aufmüpfig ist, profitiert nicht von dem versprochenen Klebeeffekt.

Und selbst wenn Berufseinsteiger einen Ausbildungsplatz und nachher sogar ein Jobangebot bekommen, will sie die Große Koalition mit der Verlängerung der Probezeit auf zwei Jahre für Neueinstellungen weiter im Ungewissen lassen. Wer im Arbeitsrecht französische Verhältnisse schaffen will, darf sich nicht wundern, wenn die Antwort der Betroffenen - ob Praktikantinnen und Praktikanten, Ausbildungssuchende oder abhängig Beschäftigte - eine französische sein wird.

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