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Langzeitstudenten überproportional aus unteren sozialen Schichten

Pressemitteilung von Nele Hirsch,

"Langzeitstudenten kommen meist aus gehobener sozialer Schicht" meldeten heute Agenturen unter Bezug auf eine Information von ´Heute im Bundestag` über die Regierungsantwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion nach der sozialen Situation von Studierenden, die die Regelstudienzeit überschritten haben. Hierzu erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., Nele Hirsch:

Die Antwort der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage zeigt beim genauen Hinschauen, dass insbesondere Studierende aus niedrigeren sozialen Schichten mehr Zeit für ihr Studium aufwenden. Sie sind unter den Langzeitstudierenden mit 14 Prozent überproportional stark vertreten. Ihr Anteil in der gesamten Studierendenschaft liegt nur bei 12 Prozent.

Bei den Studierenden aus den oberen sozialen Schichten zeigt sich das gegenteilige Bild: Ihr Anteil unter den Langzeitstudierenden beträgt 57 Prozent, während sie an der gesamten Studierendenschaft 62 Prozent stellen.

Die Gründe für die Verlängerung des Studiums aufgrund der sozialen Herkunft liegen auf der Hand: Die BAföG-Förderung ist bei weitem nicht ausreichend und mehr als zwei Drittel der Studierenden sind auf einen Nebenjob angewiesen. Zudem fehlt es an Beratungs- und Betreuungsangeboten. Hierunter leiden vor allem Studierende, die in ihrer Familie auf keinerlei Vorkenntnisse und Erfahrungen zum akademischen Alltag zurückgreifen können und denen somit auch der akademische Habitus fremd ist.

Die Antworten der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage machen ein weiteres Mal deutlich, wie dringend politische Antworten auf die soziale Situation der Studierenden gefunden werden müssen. Kurzfristig ist insbesondere eine Anpassung der Bedarfssätze und Freibeträge des BAföG unbedingt erforderlich. DIE LINKE. hat hierzu bereits einen Antrag in den Bundestag eingebracht.

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