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Klare Absage an Heroenkult notwendig

Pressemitteilung von Paul Schäfer,

"Die Gedankenspiele um einen Tapferkeitsorden zeigen nicht nur die Geschichtsvergessenheit des Verteidigungsministers, sondern illustrieren auch das kriegsbedingt gewandelte Selbstverständnis in der Bundeswehr“, kommentiert Paul Schäfer, verteidigungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, den Vorstoß des Verteidigungsministers Franz-Josef Jung und des Präsidenten des Reservistenverbandes, Ernst-Reinhard Beck, einen Tapferkeitsorden zu stiften. Schäfer erklärt weiter:

„Die deutsche Geschichte lehrt, dass die gesellschaftliche Hervorhebung des Soldatenberufs durch Ehrenmale und Auszeichnungen häufig ein Vorbote deutscher Kriegsbeteiligung war. Auch heute stehen die Zeichen wieder auf Krieg: Erst zieht Verteidigungsminister Jung quasi im Alleingang die Errichtung eines Ehrenmals für die Toten der Bundeswehr durch. Nun geht es in die nächste Runde der emotionalen Sinnstiftung für die Soldatinnen und Soldaten und ihrer Einstimmung auf Kriegseinsätze. Mit einem Orden für Tapferkeit wird nun die Wiederbelebung des Heroen- und Opferkults in Angriff genommen. Bereits die Argumentationslinie der Befürworter der militärischen Tapferkeitsmedaille spricht Bände: Der Orden soll der Abgrenzung zu bereits vorhandenen Bundeswehrorden dienen, da diese entweder automatisch nach Einsatzdauer oder sogar einsatzunabhängig vergeben werden.

Wir lehnen eine solche Überhöhung individueller militärischer Taten ab, zumal es dabei ganz klar um Tapferkeit vor dem Feind und nicht Tapferkeit vor dem Vorgesetzten geht. Dass solche Medaillen für Verweigerer grundgesetzwidriger bzw. völkerrechtswidriger Befehle ausgelobt werden sollen, war bislang nicht zu vernehmen.

Der Verteidigungsminister ist aufgefordert, einem neu-alten Heroenkult eine Absage zu erteilen.

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