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Indikatoren-Zahlensalat ohne Sinn und Verstand

Pressemitteilung von Matthias W. Birkwald,

Matthias W. Birkwald erklärt zum „Indikatoren-Bericht“ der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität":

 

Die Enquete-Kommission hat eines ihrer wichtigsten Ziele verfehlt. Es ist nicht gelungen, einen Indikator zu entwickeln, der ein ganzheitliches Verständnis von Wohlstand in Zahlen auszudrücken vermag.Die Enquete-Kommission war mehrheitlich nicht willens, die zentralen Dimensionen der sozialen und ökologischen Entwicklung kritisch zu würdigen und entsprechende Indikatoren zu identifizieren.Es ist zu bedauern, dass nicht nur ein mangelhafter, sondern auch ein viel zu umfangreicher Indikatorensatz vorgeschlagen wird. Ein Tableau aus insgesamt 20 Indikatoren ist einer breiten Öffentlichkeit nicht vermittelbar. Abwegig ist darüber hinaus die Aufgliederung des Indikatorensatzes in zehn Leitindikatoren, neun Warnlampen und eine Hinweislampe – ein abstruses Zahlenspiel mit Disko-Beleuchtung!In der Indikatoren-Projektgruppe der Kommission kam es zu einer merkwürdigen konservativ-liberal-sozialdemokratischen Koalition unter Führung der FDP. Diese hat die Indikatoren-Diskussion über weite Strecken dominiert, das kritische Anliegen der Kommission in einer möglichst großen Masse von Indikatoren ertränkt und Wohlstandsmaße durchgesetzt, so dass die Probleme wie etwa die Ungleichheit in der Gesellschaft oder den Raubbau an der Natur kaum oder verharmlosend zum Ausdruck kommen. DIE LINKE hat gemeinsam mit den Grünen und mit dem CDU-Sachverständigen Professor Meinhard Miegel immer wieder darauf hingewiesen, dass man sich bei der Auswahl von alternativen Wohlstandsmaßen auf wenige beschränken muss. Leider haben das die SPD-Mitglieder in der Projektgruppe nicht mitgetragen und sich immer wieder auf Wünsch-Dir-Was-Diskussionen eingelassen. So kam es zu dieser ganz großen Koalition mit FDP-Dominanz. In einem Sondervotum hat DIE LINKE die Mehrheitsbeschlüsse scharf kritisiert und einen eigenen Indikatoren-Vorschlag präsentiert: Das „Trio der Lebensqualität“. In diesem Trio stehen die durchschnittlichen Bruttolöhne und –gehälter für den materiellen Wohlstand, die enorme Spaltung bei den Vermögensbeständen für die soziale und gesellschaftliche Teilhabe und der ökologische Fußabdruck für die Nutzung beziehungsweise Gefährdung der Biosphäre.

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