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Im ABC des Jahres der Geisteswissenschaften fehlt L wie Lehre

Pressemitteilung von Petra Sitte,

Anlässlich der Veröffentlichung des Jahresberichts 2006 der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG)erklärt Petra Sitte, forschungspolitische Sprecherin DIE LINKE:

Die DFG zeigt beispielhaft, wie man auf geisteswissenschaftliche Belange in der Wissenschaftsförderung eingehen kann. Die mehrjährige Förderinitiative Geisteswissenschaften mündet nun in der Einrichtung von Forschungskollegs, womit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dieser Disziplinen das kostbarste Mittel ihrer Berufsausübung gegeben wird: mehr Zeit für Forschung.

Vergleichbare Initiativen fehlen aber nach wie vor für die eigentliche Achillesferse der Geisteswissenschaften - die Lehre. Die Geisteswissenschaften stellen ein Viertel der Studentinnen und Studenten, aber nur ein Zehntel des Lehrpersonals an den Hochschulen. DIE LINKE fordert eine konsequente Verbesserung der Lehrsituation.

Darauf hat besonders nachdrücklich der Wissenschaftsrat in seinen Empfehlungen zu Geisteswissenschaften hingewiesen. Während die Forschungsempfehlungen nun zu Teilen in praktische Politik übersetzt werden, schweigen sich Wissenschaftspolitiker zur Situation in der Lehre bisher völlig aus. Gute Forschung braucht aber qualifizierten Nachwuchs und für diesen ist gerade in den Geisteswissenschaften eine exzellente Lehre das A und O.

DIE LINKE fordert unter anderem ein Forum zu Perspektiven der Geisteswissenschaften zwischen Bund und Ländern sowie den Betroffenen, den Hochschulen und Fachgesellschaften. Es sollten die für Geisteswissenschaften besonders problematischen Auswirkungen der Bologna-Studienreform ausgewertet werden. Das Ausbluten der Lehrstühle muss zum Thema gemacht und Initiativen zur Verbesserung von Lehrqualität und Betreuungsrelationen gestartet werden.

Das Fehlen der Wissenschaftsdisziplin „Geisteswissenschaften“ bei den Verhandlungen zum Hochschulpakt hat gezeigt, dass Bund und Länder allein nicht bereit sind, in diesem Sinne initiativ zu werden.

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