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Humboldt-Forum statt Fassaden-Schloss

Pressemitteilung von Heidrun Bluhm,

Zum geplanten Humboldt-Forum erklärt Heidrun Bluhm, bau-und wohnungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

Ein eigensinniges Festhalten an einer Schlossattrappe in Berlins Mitte hält DIE LINKE für unverantwortlich und rückwärtsgewandt. Und das nicht nur angesichts der offensichtlichen Täuschung durch den Förderverein Berliner Stadtschloss, der die versprochenen Spendengelder in Höhe von 80 Millionen Euro nicht aufbringen kann.

DIE LINKE hat daher den Antrag mit dem Titel „Humboldt-Forum statt Fassadenschloss - Schlossplatz mit Zukunftsorientierung“ in den Bundestag eingebracht, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, den Architekturwettbewerb auch für zeitgenössische bauliche Lösungen zu öffnen und von der zwingenden Vorgabe einer Rekonstruktion des ehemaligen barocken Stadtschlosses Abstand zu nehmen.

Angesichts der Zusage des privaten Fördervereins, 80 Millionen Euro für die Rekonstruktion der barocken Fassade vollständig durch private Spenden aufzubringen, hat sich der Bundestag im Juli 2002 gegen eine moderne Architekturvariante ausgesprochen und sich für den Nachbau des Stadtschlosses entschieden. Der Förderverein hat aber gerade einmal acht Prozent, sprich 6,47 Millionen Euro (Stand 15.6.2007) der zugesagten Summe aufgebracht. Der Versuch, die Schlossfassadenkopie mit Spenden zu finanzieren, ist gescheitert. Damit entfällt die wesentliche Grundlage für die Entscheidung des Bundestages vom Juli 2002.

DIE LINKE sieht in dem Bauvorhaben eine große Chance, das Humboldt-Forum zu einem modernen Begegnungszentrum für die Berlinerinnen und Berliner sowie allen in- und ausländischen Besuchern zu machen, in dem sich Kultur, Naturwissenschaft und ein intensiver Ideenaustausch zu einer kulturellen und wissenschaftlichen Nutzung vereinen.

Lediglich ein Museum innerhalb einer Schlossattrappe aufzubauen wird dem herausragenden Standort im Zentrum Berlins nicht gerecht, ist einfallslos und einfach zu wenig in die Zukunft gewandt. Ohne ein schlüssiges Nutzungskonzept ist die Entscheidung über die Gestaltung des Humboldtforums einschließlich der Finanzierung haushaltspolitisch unverantwortlich und ohne demokratische Legitimation.

DIE LINKE fordert die Bundesregierung auf, vor der Auslobung des Architektenwettbewerbs ein Konzept über die zukünftige Nutzung des Humboldt-Forums dem Bundestag vorzulegen.

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