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Herkunft gleich Zukunft?

Pressemitteilung von Nele Hirsch,

Zu den vorab bekannt gewordenen Ergebnissen, dass sich die Leistungen der deutschen Schülerinnen und Schüler bei der PISA-Studie im internationalen Vergleich verbessert haben, erklärt Nele Hirsch, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

Gute Bildung gibt es nur für die, die aus einem reichen Elternhaus kommen. Kinder aus finanzschwachen Schichten bleiben dagegen auf der Strecke. An diesem Skandal des deutschen Bildungssystems hat sich laut der Vorabberichte zur diesjährigen PISA-Studie nicht das Geringste geändert. Deshalb besteht keinerlei Grund zur Entwarnung.

Leistungsverbesserungen, die durch gezieltes Vorbereiten auf die Tests erreicht werden, sind kein Grund zur Euphorie. Sie können die Missstände in unserem Bildungssystem lediglich verschleiern. Wir dürfen uns keinen Sand in die Augen streuen lassen, sondern müssen endlich grundlegende Reformen unseres Bildungssystems in Angriff nehmen, um soziale Ungleichheit abzubauen.

Im Vordergrund steht für DIE LINKE eine grundlegende Schulstrukturreform. Die bereits gestern vorgestellten Ergebnisse der IGLU-Studie haben gezeigt, dass Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern erst bei deutlich höheren Leistungswerten eine Gymnasialempfehlung erhalten als Kinder aus bildungsnahen Elternhäusern. Dieser Befund ist 2006 sogar noch deutlicher sichtbar als 2001. Nur wenn Kinder und Jugendliche in einer Gemeinschaftsschule länger gemeinsam lernen, können wir das Prinzip der Auslese endlich durch das Prinzip gezielter individueller Förderung ablösen.