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Für einen Systemwechsel im Bildungssystem

Pressemitteilung von Roland Claus,

Zu der Forderung nach einer Bildungsoffensive für den Osten durch den DIW-Präsidenten Klaus Zimmermann erklärt Roland Claus, Mitglied des Haushaltsausschusses für die Fraktion DIE LINKE:

Herr Zimmermann hat zu Recht eine Bildungsoffensive für die Neuen Bundesländer gefordert. Zu Recht, da der Schlüssel zur Beseitigung der sich verfestigenden ungleichen Entwicklungen zwischen Ost und West auf dem Arbeitsmarkt, dem Wirtschaftswachstum, der sozialen und ökonomischen Dynamik in der Bildung liegt. So finden nur sieben Prozent der betrieblichen Forschung in den Neuen Bundesländern statt.

Zu Unrecht jedoch fordert er lediglich eine Investition in eine Qualitätssteigerung der Bildung im Osten. Viel zu viele gut ausgebildete, vornehmlich junge Menschen haben die Neuen Länder in Richtung Alte Bundesländer verlassen und dort - auch aufgrund ihrer sehr guten Ausbildung im Osten - Arbeit gefunden. Herr Zimmermanns Forderung führt dazu, den Braindrain nur noch zu verstärken, ohne seine Ursachen zu beheben.

Deshalb fordert DIE LINKE eine bessere Verzahnung von betrieblicher und schulischer Bildung in den Neuen Ländern, die an die Erfordernisse des wesentlich schwierigeren Arbeitsmarktes angepasst ist. Der Abwanderung ist nicht nur durch Bildung entgegenzuwirken, sondern auch durch einen Wechsel in der Aufbaustrategie Ost insgesamt. Dieser Wechsel muss gekennzeichnet sein von einem Systemwechsel im Bildungssystem - weg vom sich als unfähig erwiesenen Bildungsföderalismus und hin zu einheitlichen Lehrinhalten und Lehrzeiten.

In den Zeiten globaler Modernisierung kommt es nicht mehr nur darauf an, etwas zu erlernen, sondern sein Wissen in zukunftsfähigen gesellschaftlichen Bereichen, in denen die Chance der Neuen Bundesländer zu einem selbsttragenden Aufschwung liegt, ständig zu erweitern.

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