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Ernährungssicherung nur durch Richtungswechsel in der Handels- und Entwicklungspolitik möglich

Pressemitteilung von Heike Hänsel,

Zur heutigen Sonderkonferenz der FAO (Food and Agricultural Organization) in Rom erklärt die entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., Heike Hänsel:

Die Weltwirtschaft und der Welthandel boomen. Die Zahl der Hungernden steigt dennoch - 2005 auf weltweit über 850 Millionen Menschen. Der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, sagt zurecht, es sei eine Schande für die Menschheit, dass in dieser Welt, die so reich ist wie nie zuvor, die Zahl der Hungernden weiter steigt. 80 Prozent der Hungernden leben in ländlichen Gebieten. Hilfe muss die Menschen direkt erreichen. Ich fordere deshalb einen Richtungswechsel in der Handels- und Entwicklungspolitik.

Weltweit müssen viel mehr Mittel in die Agrarhilfe investiert werden, beispielsweise um der weiteren Wüstenbildung und der Auslaugung der Böden entgegen zu wirken. Bemühungen um Landreformen müssen angeregt und unterstützt werden. Beim Aufbau exportorientierter Agrarindustrien im Süden dürfen nicht die niedrigsten Preise für die Abnehmer im Norden im Mittelpunkt stehen, sondern die Durchsetzung von Arbeitnehmerrechten und sozialen Standards. Am meisten würden wir den Menschen in den Ländern des Südens helfen, wenn wir die Agrarexportsubventionen in der EU zügig abbauen und darauf verzichten würden, Freihandel zu Gunsten von Konzerne und zum Schaden der Bäuerinnen und Bauern in den Ländern des Südens durchzusetzen.

DIE LINKE. setzt sich im Bundestag dafür ein, die Entwicklungszusammenarbeit stärker auf die Unterstützung ländlicher Räume auszurichten. Außerdem fordern wir, die aktuellen Verhandlungen der EU mit den AKP-Staaten (Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifik) über Wirtschaftspartnerschaftsabkommen auf völlig neue Grundlagen zu stellen - solidarisch und an den Entwicklungszielen des Jahrtausendgipfels der UNO, statt an Wettbewerb und Verdrängung orientiert.

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