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DIE LINKE. unterstützt Ärztestreik für bessere Arbeitsbedingungen

Pressemitteilung von Frank Spieth,

Mit den Protestaktionen der letzten Monate haben es die Ärztinnen und Ärzte geschafft, auf die katastrophalen Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten in den Krankenhäusern aufmerksam zu machen. "Deshalb ist es jetzt an der Zeit, die Forderungen mit einem unbefristeten Streik zu unterstreichen", so der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Frank Spieth. "Patientinnen und Patienten haben das Recht auf qualifizierte Diagnostik und Therapie. Dazu braucht es Personal, dass nicht am Rande der Erschöpfung arbeitet."

DIE LINKE. unterstützt die berechtigten Proteste und Forderungen nach Bezahlung aller Überstunden, Einhaltung der Arbeitsschutzbestimmungen und Umsetzung des EuGH-Urteils zur Anerkennung von Bereitschaftszeiten als Arbeitszeit und fordert:

Abwehr der Lohnkürzungen durch Streichung von Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld.

Verzicht auf Arbeitszeitverlängerung und damit einhergehende Lohnkürzung.

Ausgleich aller angefallenen und anfallenden Überstunden durch Freizeit oder Bezahlung sowie die

Beendigung der Schlechterstellung der Beschäftigten in Krankenhäusern bei den Zuschlägen für Wochenend-, Nacht-und Feiertagsarbeit.

Spieth ermahnte den Marburger Bund als Interessenvertretung der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte, keine individuelle zusätzliche Ausweitung der Arbeitszeit auf über 48 Stunden pro Woche zuzulassen. Dieses "persönliche Mitspracherecht" bei der individuellen Arbeitszeit zwinge jeden Arzt und jede Ärztin in die persönliche Auseinandersetzung mit dem Arbeitgeber und dem Chefarzt über die Arbeitszeit. "Bei den derzeitigen Abhängigkeitsverhältnissen in der Krankenhaushierarchie und den befristeten Zeitverträgen ist das ein Schritt in die falsche Richtung", so Frank Spieth weiter. "Wenn der Marburger Bund sich als Gewerkschaft begreift, muss er den oder die Einzelne durch Kollektivverträge schützen und nicht die Individualisierung der Arbeitsbedingungen vorantreiben."

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