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Der Ausbildungspakt – Luftnummer statt Trendwende

Pressemitteilung von Agnes Alpers,

„Die Selbstbeweihräucherung der Bundesregierung ist absolut fehl am Platz. Eine Trendwende auf dem Ausbildungsmarkt ist nicht in Sicht“, so Agnes Alpers, Sprecherin für berufliche Aus- und Weiterbildung, zur heute veröffentlichen Bilanz des Ausbildungspaktes, in der sich Bundesregierung und Arbeitgeber mit der gestiegenen Anzahl an Ausbildungsplätzen rühmen. Dabei erreicht diese mit zirka 469.000 betrieblichen Ausbildungsstellen gerade einmal das „Vor-Pakt-Niveau“. Alpers weiter:

„Sieben Jahre nach Inkrafttreten des Paktes gibt es immer noch kein auswahlfähiges Angebot an Ausbildungsplätzen. Das wird erst erreicht, wenn ein Achtel mehr Ausbildungslätze als Bewerber zur Verfügung stehen. Somit fehlen auch in diesem Jahr wieder über 100.000 freie Stellen. Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit hingegen weist lediglich 30.000 unbesetzte Stellen auf. Diese Zahl ist eine reine Luftnummer, denn zusammen mit unversorgten Jugendlichen und jenen in Maßnahmen sind über 70.000 Jugendliche ohne Ausbildung. Hierbei sind die 1,5 Millionen jungen Menschen zwischen 20 und 29 Jahren ohne Ausbildung noch gar nicht einrechnet.

Die unbesetzten Stellen kommen mehrheitlich aus den Problembranchen, wie Hotel- und Gaststättengewerbe oder im Lebensmittelhandwerk, und werden wohl auch weiter frei bleiben. Den Jugendlichen dort eine Ausbildung als echte Perspektive zu verkaufen, soviel Fantasie besitzt noch nicht einmal die BA. Viele Überstunden, schlechte Qualität und geringe Verdienstaussichten sind dort an der Tagesordnung.

DIE LINKE fordert die Bundesregierung auf, die Euphorie aus der verfälschten Pakt-Bilanz in eine ehrliche Ausbildungsstatistik zu stecken, die den wahren Bedarf an Ausbildungsplätzen ermittelt. Dann kann sie sich den realen Herausforderungen stellen: Ausbildungsgarantie für Alle, Ausbildungsqualität sichern und Übernahme mit guten Tarifen gewährleisten.“

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