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Bundesregierung muss Zusammenarbeit mit Bayer in Entwicklungsländern stoppen

Pressemitteilung von Niema Movassat,

„Durch die geplante Übernahme von Monsanto würde Bayer seine Marktmacht im Bereich Saatgut und Agrochemie weiter stärken – zum Leidwesen von hunderten Millionen Kleinbauern weltweit“, kommentiert Niema Movassat, Sprecher für Welternährung der Fraktion DIE LINKE und Obmann im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die laufenden Übernahmegespräche. Movassat weiter:

„Die Sortenvielfalt sowie die Verfügbarkeit lokal angepassten Saatguts wird weiter zurückzugehen, die Abhängigkeit von den Agrarkonzernen steigen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Bundesregierung ihre Zusammenarbeit mit Bayer in Entwicklungsländern endlich stoppt.

In kaum einem Bereich ist die Marktmacht einiger Unternehmen so groß wie in der Landwirtschaft. Monsanto und Bayer kontrollieren gemeinsam knapp 30 Prozent des weltweiten Saatgutmarkts, bei Pestiziden halten sie einen Marktanteil von 25 Prozent. Konzernübernahmen sind dabei nur eine Strategie der Agrarkonzerne, ihre Macht weiter auszubauen. Eine andere, leider weniger beachtete, ist die intensive Kooperation mit Regierungen im Rahmen der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Gerade Bayer hat es in den letzten Jahren meisterhaft verstanden, die EZ als Türöffner für die Erschließung neuer Märkte in Asien und Afrika zu nutzen, sei es im Rahmen der German Food Partnership oder der sogenannten ‚Grünen Innovationszentren‘, einem Lieblingsprojekt von Entwicklungsminister Müller.

Damit macht sich die Bundesregierung zum Erfüllungsgehilfen einer Konzernstrategie, die auf eine totale Kontrolle des Agrarsektors abzielt – wie der geplante Deal erneut beweist. Doch viele Studien haben bewiesen: Nicht die Agrarkonzerne, sondernd die Kleinbauern ernähren die Welt. Ihre Anliegen, ihre Anbaumethoden, ihr Saatgut zu fördern, ist Aufgabe staatlicher Entwicklungszusammenarbeit.“

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