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Bundesregierung muss Grundlagen für gute Arbeit in der Wissenschaft schaffen

Pressemitteilung von Nicole Gohlke,

"Die Bologna-Reform bedeutet auch 16 Jahre nach ihrer Einführung für die Studierenden eine stärkere Arbeitsbelastung, höhere Prüfungsdichte und eine Verschulung des Hochschulstudiums. Aber auch für das Lehrpersonal an Hochschulen bringt die Reform zusätzlichen Druck, denn der neoliberale Umbau der Hochschulen hat große Veränderungen mit sich gebracht: mehr Zeitverträge, immer kürzere Laufzeiten und die verstärkte Abhängigkeit von Drittmitteln", erklärt Nicole Gohlke, hochschul- und wissenschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf die aktuelle Studie der Bildungsinternationalen "Schaffung eines förderlichen Arbeitsumfeldes an Hochschulen", die die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), heute in Berlin präsentiert hat. Gohlke weiter:




"Es ist längst überfällig, dass sich sowohl die Bundesregierung als auch der Bologna-Gipfel mit den Problemen auseinandersetzen: In der Studie der GEW geben 59 Prozent der befragten Professorinnen und Professoren an, dass ihre Arbeitsbedingungen schlechter geworden sind, 54 Prozent der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bezeugen, dass sich ihr Arbeitsaufwand im Zuge der Bologna-Reform erhöht hat. Darum fordern wir die Bundesregierung auf, die Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen wieder langfristig und stabil auszufinanzieren, neue unbefristete Stellenangebote neben der Professur zu schaffen und über das Wissenschaftszeitvertragsgesetz Mindeststandards für gute Arbeit zu definieren, statt wie bisher Befristung und Niedriglöhnen gesetzlich Tür und Tor zu öffnen.

Nicht Flexibilisierung und Deregulierung, sondern hervorragende Arbeitsbedingungen ermöglichen wissenschaftliches Arbeiten auf hohem Niveau. Ohne klare gesetzliche Vorgaben wird es keine substanziellen Verbesserungen für die Beschäftigten geben. Die letzten Jahre haben bewiesen, dass auf freiwilliger Basis nichts passiert. Es ist jetzt an der Koalition, endlich die Grundlagen für gute Arbeit in der Wissenschaft zu schaffen."

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