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Bundesagrarministerium braucht bei Corona endlich belastbare Datengrundlage für Krisenmanagement

Pressemitteilung von Kirsten Tackmann,

„Es ist ein Offenbarungseid der Bundesregierung, wenn sie einräumen muss, keine Übersicht über das konkrete Infektionsgeschehen in landwirtschaftlichen und verarbeitenden Betrieben, zum Beispiel in der Fleischindustrie, zu haben. Die Entscheidungen brauchen aber belastbare Datengrundlagen für Folgenabschätzung und planvolles Agieren. Damit verspielt die Bundesregierung erneut die jetzt so dringend notwendige Glaubwürdigkeit und das Vertrauen. Das Hin-und-her-Schieben der Verantwortung zwischen Bund und Ländern und innerhalb der Bundesregierung muss endlich aufhören. Denn es geht hier um eine schwerwiegende Situation für Menschen und Tiere, für die politisch Verantwortung übernommen werden muss“, kommentiert Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, die Antwort der Bundesregierung auf ihre Kleine Anfrage zu Ansteckungsfällen mit COVID-19 in landwirtschaftlichen Betrieben, Gartenbau und Verarbeitungsunternehmen. Tackmann weiter:

„Ich erwarte von der Bundesregierung, gerade in einer Krisenlage, statt Selbstlob professionelles Krisenmanagement. Zum Beispiel hätte der Corona-Ausbruch im niederbayrischen Mamming Anlass für ein regelmäßiges bundesweites Fall-Monitoring sein müssen. Damals hatten sich 174 Erntehelfer auf einem Landwirtschaftsbetrieb nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Oder der tragische und viel zu frühe Tod eines Saisonarbeiters in Bad Krozingen, der mit dem Coronavirus infiziert war. Bundesregierung und Koalition müssen endlich diesen Risikobereich ernst nehmen, daraus lernen und es besser machen.“

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