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Bologna-Prozess muss grundlegend reformiert werden

Pressemitteilung von Nicole Gohlke,

"Der Bericht blendet den Alltag der Studentinnen und Studenten wieder einmal völlig aus. Es wird mit keiner Silbe die Verschulung, der Leistungsdruck oder die Unterfinanzierung der Hochschulen erwähnt", erklärt Nicole Gohlke, hochschul- und wissenschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf den heute veröffentlichten Bologna-Bericht der Bundesregierung. "Man lobt sich wieder selbst, wie toll die Bologna-Reform mittlerweile funktioniere. Und das, obwohl sich die Abbrecherquote an Universitäten beim Bachelor von 25 auf 33 Prozent erhöht hat. Beiläufig wird erwähnt, dass mehr als 25 Prozent der Masterstudiengänge eine Zugangsbeschränkung haben. Das heißt, der Bachelor reicht bei einem Viertel der Masterstudiengänge nicht als Zugang - das darf nicht sein." Gohlke weiter:




"Interessant ist auch, dass sich die Bundesregierung - anders als im letzten Bologna-Bericht 2012 - gar nicht mehr zu den Gehaltsunterschieden von Bachelorabsolventen und Absolventen der traditionellen Studiengänge äußert. Im Jahre 2012 verdiente ein Bachelorabsolvent einer Universität 20 Prozent weniger als ein Magister- oder Diplomabsolvent. Die Zahlen von heute werden verschwiegen. Entweder haben sich diese Gehaltsunterschiede noch weiter auseinanderentwickelt und werden deshalb unter den Teppich gekehrt, oder die Bundesregierung scheint sich bei der Beurteilung der Bologna-Reform nicht mehr für das Einkommen der Bachelorabsolventinnen und -absolventen zu interessieren: Beides ist nicht hinnehmbar. DIE LINKE fordert eine grundlegende Reform des Bologna-Prozesses, Masterplätze für alle Bachelorabsolventen und die Ausfinanzierung der Hochschulen."

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