Skip to main content

Bildungsfinanzierung nach wie vor mangelhaft

Pressemitteilung von Rosemarie Hein,

"Während sich die Bundesregierung in ihrer Reflektion zum OECD-Bericht 'Bildung auf einen Blick' für die Fortschritte in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Bildung feiert, schweigt sie sich über das größte Problem, nämlich die mangelhafte Bildungsfinanzierung, weiter aus. Es gibt also keinen Grund zur Zufriedenheit: Vielmehr ist es erforderlich, das Kooperationsverbot in der Bildung endlich aufzuheben, um die Bildungsfinanzierung auf solide Füße zu stellen", so Rosemarie Hein, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf die aktuelle OECD-Studie. Hein weiter:

"Es ist ein Dilemma, dass ein so reiches Land wie Deutschland einen geringeren Anteil des Bruttoinlandsprodukts in Bildung investiert als andere OECD-Staaten. Mit nur 4,4 Prozent liegt Deutschland um 0,7 Prozent unterhalb der OECD-Marke. Es fehlten 2012 also allein 18,5 Milliarden, um zum Durchschnitt aufzuschließen. Das ist ein Armutszeugnis.

Auch die Tatsache, dass für den Primarbereich im OECD-Vergleich unterdurchschnittlich wenig für Bildung aufgebracht wird, im Sekundarbereich II aber überdurchschnittlich viel, weist auf die Schieflage in der Bildungsfinanzierung hin. Es ist allgemein bekannt, dass eine solide Breitenbildung Grundlage für ein insgesamt hohes Bildungsniveau ist. Darum muss auch in die frühkindliche Bildung deutlich mehr investiert werden. Insbesondere der Zugang von geflüchteten Kindern zu frühkindlicher Bildung muss unabhängig vom Aufenthaltsstatus von Anfang an gewährleistet werden. Denn wie die OECD-Studie auch belegt, verbessern sich so die Bildungschancen und die Chancen für Integration deutlich.

Die mangelnde Chancengleichheit im Bildungssystem bleibt bestehen. Immer noch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Sohn eines Bäckers Arzt wird, hierzulande mit 19 Prozent deutlich geringer als in allen anderen OECD-Ländern (32 Prozent).

Bezeichnend für das Sparverhalten in der Bildung in Deutschland ist auch, dass Lehrkräfte zwar besser bezahlt werden als in anderen Ländern, aber auch deutlich mehr Unterrichtsstunden zu leisten haben. Angesichts der vielen offenen Baustellen von Inklusion, Integration von geflüchteten Kindern, Digitalisierung, Berufsorientierung, individueller Förderung und Aufhebung der sozialen Ausgrenzung in der Bildung besteht hier dringender Änderungsbedarf."

Auch interessant