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Bauernverband bandelt mit Discounter an: Vom Preisdrücker zum hofierten Musterknaben?

Pressemitteilung von Kirsten Tackmann,

Zum Ende der Internationalen Grünen Woche erklärt die agrarpolitische Sprecherin und Vorstandsmitglied der Fraktion DIE LINKE., Kirsten Tackmann:

Zehn Tage hatte die internationale Agrar- und Ernährungswirtschaftunter dem Berliner Messeturm wieder die Gelegenheit, um das Vertrauen von Verbraucherinnen und Verbrauchern zu werben. Eines sollte dabei aber nicht vergessen werden: Preisdumping ist eine ernste wirtschaftliche Bedrohung für landwirtschaftliche Betriebe.Daher muss gerade die Grüne Woche die Verbraucherinnen und Verbraucher über den wahren Wert regional erzeugter und fairentlohnter Ware informieren.

Dass der Deutsche Bauernverband ausgerechnet einen Discounter auf dem so genannten Erlebnisbauernhof in Halle 3.2 präsentiert, der öffentlich für Preisdumping und Lohndrückerei in heftiger Kritiksteht, ist aus diesem Blickwinkel widersinnig. Es sei denn, diese taktische wird zur strategischen Partnerschaft gegen unfaire Handelspraktiken und für eine faire Kooperation mit einheimischen Landwirtinnen und Landwirten. Diese zu entwickeln, fordere ich DBV und Discounter auf.

Die transparente Kennzeichnung der regionalen Herkunft aller Waren im Discount-Bereich, wie sie auf der Grünen Woche präsentiert wurde, wäre in diesem Sinne ein positives Signal - wenn das denn ernstgemeint ist.

Allerdings stehen noch einige andere Hausaufgaben aus. Die Gesprächsangebote der Gewerkschaften bezüglich Mitbestimmung, Arbeitsbedingungen und Mobbing hat der Billig-Discounter anscheinend bislang zurückgewiesen. Zumindest war die Demonstration von ver.di „Fair ist mehr! Für Mitbestimmung bei L.“ im virtuellenErlebnisbauernhof nicht gerne gesehen. Es bleibt also ein fader Beigeschmack.

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