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900 Millionen für private Nachhilfe - das ist das heimliche Schulgeld

Pressemitteilung von Rosemarie Hein,

„Private Nachhilfe ist nicht nur ein Ausdruck für die Fehlleistungen des bundesdeutschen Bildungssystems, sondern es belastet Kinder und Jugendliche zusätzlich. Die 900 Millionen Euro, die für private Nachhilfe ausgegeben werden sind heimliches Schulgeld“, erklärt Rosemarie Hein zur Bertelsmannstudie über die Inanspruchnahme von Nachhilfe. Die Sprecherin für Bildungspolitik der Fraktion DIE LINKE weiter:

„Nach einem anstrengenden Schultag ist Erholung angesagt. Freizeit, Zeit für Muße oder Hobbys, auch für gesellschaftliches Engagement ist ein wichtiger Ausgleich und soll die Lernfähigkeit für den nächsten Schultag stärken. Außerdem lernt man auch dabei. Wir muten Kindern und Jugendlichen vor allem am Gymnasium ohnehin einen Arbeitstag zu, gegen den jede gute Gewerkschaft heftig protestieren würde.

Wenn 14 Prozent der Schülerinnen und Schüler Nachhilfe in Anspruch nehmen müssen, stimmt etwas nicht mit dem Schulsystem. Es ist auch bezeichnend, dass Ganztagsschulen das besser hinkriegen. Ein stressarmer strukturierter Schultag kann besser auf unterschiedliche Lerntempi Rücksicht nehmen als die vollgestopfte Halbtagsschule. Außerdem helfen andere Lernstrategien, bei denen mehr in kleineren Lerngruppen gemeinsam gelernt wird, individuelle Förderung praktiziert und Unterschiedlichkeit als Chance für alle begriffen werden. Teure private Nachhilfe wird dann unnötig. Dafür aber brauchen wir gut ausgestattete Schulen mit modernen Unterrichtsmitteln und ausreichend Lehrkräften. Dort sind die Baustellen in unserem Bildungssystem. Also muss den pädagogischen Berufen mehr gesellschaftliche Aufmerksamkeit entgegengebracht werden. Wir brauchen deutlich mehr Lehrkräfte die deutlich besser auf ihren Beruf vorbereitet werden.“

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