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Esther Bejarano singt 2016 während eines Konzerts © Tim Schamberger/dpaFoto: Tim Schamberger/dpa
Foto: Tim Schamberger/dpa

Zum Tod von Esther Bejarano

Im Wortlaut von Jan Korte,

Von Jan Korte

 

Die Mitbegründerin und Vorsitzende des Internationalen Auschwitz-Komitees und Ehrenvorsitzende der VVN-BDA ist heute im Alter von 96 Jahren in ihrer Wahlheimat Hamburg gestorben.

Esther, die am 15. Dezember 1924 in Saarlouis geboren wurde, überlebte das Vernichtungslager Auschwitz, wo sie u.a. im Mädchenorchester zum täglichen Marsch der Arbeitskolonnen durch das Lagertor Akkordeon spielen musste. Im November 1943 kam sie in das KZ Ravensbrück und wurde als Zwangsarbeiterin im Siemenslager verpflichtet. Bei einem der berüchtigten Todesmärsche der KZ-Häftlinge konnte sie wie durch ein Wunder 1945 fliehen. Nach dem Krieg emigrierte sie nach Palästina/Israel und kehrte 1960 mit ihrer Familie nach Deutschland zurück.

Als Jüdin, Linke und unermüdliche Kämpferin gegen Faschismus und für den Frieden engagierte sie sich bis zuletzt in zahllosen Initiativen und als Musikerin gegen Antisemitismus, Rechtsextremismus und Rassismus. Regelmäßig schlug DIE LINKE im Bundestag sie dem Bundestagspräsidenten als Rednerin in der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus vor, zuletzt ich 2018 in meiner Funktion als 1. Parlamentarischer Geschäftsführer. Leider wurde stets nur dankend abgelehnt. Jetzt ist es zu spät und ihre Stimme verstummt. Aber die Erinnerungen an sie und ihr Appell an uns alle bleiben als Auftrag für die Zukunft: „Nie mehr schweigen, wenn Unrecht geschieht. Seid solidarisch! Helft einander! Achtet auf die Schwächsten! Bleibt mutig! Ich vertraue auf die Jugend, ich vertraue auf euch! Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!“

Liebe Esther, tausend Dank für alles! Du wirst uns unendlich fehlen.

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