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»Wer nicht melken kann, soll nicht in die Politik«

Nachricht von Gregor Gysi,

Erster Tag der Gysi-Sommertour durch Mecklenburg-Vorpommern


Gregor Gysi (M.) mit Theatergeschäftsführer Stefan Rosinski und Steffen Bockhahn (r.) auf der Bühne des Volkstheaters Rostock

 

Eine Milliarde Jahre auf 20 000 Quadratmetern. Zum Auftakt der Sommertour durch Mecklenburg-Vorpommern besuchte Gregor Gysi am Montag Nachmittag das Darwineum im Rostocker Zoo. Geschäftsführer Udo Nagel nahm Gregor Gysi und Steffen Bockhahn, der in Rostock sein Direktmandat verteidigt, mit auf eine Zeitreise auf Darwins Spuren.

Das 2012 eröffnete Darwineum ist ein absolutes Besuchermagnet. Junge und alte Besucherinnen und Besucher stehen gleichermaßen fasziniert vor den Vitrinen, Aquarien, Tiergehegen, Videovorführungen und spielerischen Apparaturen, mit denen die Entstehung von Leben auf unserem Planet dargestellt wird.

Während sich die fünffache Orangutan-Mutter Sunda im Tropenhaus gerade einen kleinen Nachmittagssnack gönnt, bildet sich vor ihrem Gehege rasch eine Menschentraube - Gregor Gysi mittendrin. Und irgendwie steht allen fragend ins Gesicht geschrieben: Von der stammen wir ab?

Am frühen Abend eröffnet Gregor Gysi im Charisma e.V. in Rostock ein Skatturnier. "Ich habe zwei Voraussetzungen, um Politiker zu sein. Ich bin ausgebildeter Rinderzüchter. Wer nicht melken kann, soll nicht in die Politik gehen. Und ich spiele gern Skat. Wer nicht reizen kann, soll auch nicht in die Politik gehen", scherzte Gysi bei dem kurzen Besuch. Zum Abschied wünschte er den Spielern und vor allem den Spielerinnen viel Spaß und Glück: "Der Siegerplatz ist doch quotiert, oder?"

Dritte und letzte Station des ersten Tourtages war das Rostocker Volkstheater. Kurz vor Ende der Sommerpause nahm sich Stefan Rosinski, Geschäftsführer der betagten Kulturstätte, Zeit für den Gast aus Berlin. Er führte vom Keller bis aufs Dach des stark sanierungsbedürfigen Hauses und erklärte, unter welchen Umständen hier Kunst dargeboten wird. Die Sitzreihen im Zuschauersaal sind abgedeckt, die Garderoben und die Kantine verwaist. Im versenkbaren Orchestergraben mufft es mächtig. Bei eben dieser Luft müssen die Musiker Beethoven spielen, klärt eine Rostockerin auf.

Gregor Gysi erinnerte sich daran, wie er als Kind mit seiner Mutter hier eine Vorstellung besuchte. Was er damals nicht sah, war die Requisitenkammer. Die Decken- und Wandverzierung des Raums lassen unschwer die besseren Zeiten erahnen, die er einmal hatte. Der Raum wurde seit 1907 nicht renoviert, bescheinigte der Theatergeschäftsfürer. Gemeinsam mit Steffen Bockhahn, der parallel zu seinem Direktmandat im Bundestag auch Vorsitzender des Finanzausschusses des Rostocker Stadtparlaments ist, rechnete er vor, dass für eine ordentliche Sanierung 60 Millionen Euro nötig wären. "Wir wollen ja keine Elbphilharmonie", schiebt Rosinski nach. Scherz oder Verzweiflung? Eine gerechte Finanzierung von Kultur kann es nur geben, wenn Steuergerechtigkeit hergestellt wird, erwidert Gregor Gysi auf die Frage, woher das Geld kommen solle.

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