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Volle Unterstützung für die Warnstreiks in Kitas und Schulen

Im Wortlaut von Norbert Müller,

Wenn wir morgens unsere Kinder in die Kita bringen, wollen wir sie gut aufgehoben wissen. Wir wollen, dass sie dort einen schönen Tag haben, Freundinnen und Freunde treffen, ein spannendes liebevoll zusammengestelltes Programm geboten bekommen, sie Raum zum Spielen haben, sie sich wohl fühlen können und gefördert werden. Kurz gesagt, wir wollen ihr Bestes. Wir wollen ihr Bestes, weil es unsere Kinder sind. Und wir selbst wollen mit gutem Gefühl unserem Alltag nachgehen können.

Für heute haben GEW und ver.di zum Warnstreik im Zuge der Tarifverhandlungen TV-L aufgerufen. Gestreikt wird in Berliner KiTas, Schulen und Behörden. Diesem Streik gilt unsere uneingeschränkte Unterstützung.

Was für uns selbstverständlich ist, ist für andere ein Arbeitsalltag, ein harter Arbeitsalltag. Die Beschäftigten in den Kitas leisten viel. Sie müssen immer für unsere Kinder da sein, ein offenes Ohr haben, sie trösten und vieles alltägliches mehr, um die Bedürfnisse unserer Kinder zu erfüllen. Hinzu  kommen die Vor- und Nachbereitung, Dokumentationspflichten, Elterngespräche, Teambesprechungen, Weiterbildung und vieles mehr. Die Arbeitsbelastung ist für Erzieherinnen und Erzieher in den letzten Jahren massiv gestiegen. Sie müssen immer mehr leisten, damit wir jeden Morgen unsere Kinder in die Kitas bringen können.

Aber viele der Beschäftigten in den Kitas arbeiten nur in Teilzeit, mit befristeten Arbeitsverträgen und einem Lohn, der einfach nicht reicht. Notwendig ist dann ein Zweitjob. Die Anzahl der Arbeitsunfälle und chronischen Erkrankungen nimmt zu. Gute Arbeitsbedingungen sehen anders aus. Dennoch leisten unsere Erzieherinnen und Erzieher Bestes für unsere Kinder. Ihnen gehört daher der größte Respekt! Wenn wir wollen, dass unsere Kinder gut aufgehoben sind, brauchen die Beschäftigten in Kitas, Schulen und anderen Einrichtungen gute Arbeitsbedingungen und ein Gehalt, von dem sie leben können. Genau darum geht es in diesen Tarifverhandlungen und dem Streik und deshalb unterstütze ich ihn.

Die Ziele des Streiks müssen wir auch als Eltern unterstützen und dafür sorgen, dass der Druck auf die Arbeitgeberseite wächst. Es ist Aufgabe der Arbeitgeber, für gute Arbeitsbedingungen und gute Entlohnung Sorge zu tragen. Mit dem Streik werden sie lediglich daran erinnert.

Die ungerechten Arbeitsbedingungen sind nicht zuletzt auch Ausdruck patriarchaler Herrschaftsstrukturen. Erziehungsberufe werden nach wie vor mehrheitlich von Frauen ausgeübt. Wir sehen nicht ein, warum der Dienst am Menschen geringer bewertet wird als Tätigkeiten in anderen Branchen. Darum werden wir auch nach diesem Streik weiter für die Anerkennung der Tätigkeiten des sogenannten Care-Sektors streiten.