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Viel Niedriglohn, wenig Vollzeitjobs

Nachricht von Sabine Zimmermann,

Keine Fortschritte bei der Gleichberechtigung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt 

 

 

 

Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion

Am 8. März wird der Internationale Frauentag begangen. Sein Anliegen, für eine Gleichberechtigung der Frau zu streiten, hat nach Hundert Jahren nichts an Aktualität eingebüßt. Eine Anfrage der linken Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann bei der Bundesregierung und Bundesagentur für Arbeit zur Lage der Frauen auf dem Arbeitsmarkt ergab: Frauen sind doppelt so oft wie Männer von Niedriglöhnen betroffen, ihre Vollzeitbeschäftigung geht zurück und der Verdienstunterschied stagniert auf hohen Niveau.

So arbeitet nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit allein jede dritte vollzeitbeschäftigte Frau zu Niedriglöhnen (34Prozent), bei den vollzeitbeschäftigten Männer „nur“ jeder sechste (16 Prozent). Im Jahr 2010 erhielten 2,6 Millionen weibliche Vollzeitbeschäftigte ein Entgelt unter der offiziellen Niedriglohngrenze von 1.802 Euro im Monat. Bei den männlichen Vollzeitbeschäftigten traf dies auf 2,1 Millionen zu. Besonders viele weibliche Niedriglohnbeschäftigte arbeiten im Handel, dem Gastgewerbe und Gesundheits- und in vielen sonstigen Dienstleistungsberufen. Hier finden sich mit 1,6 Millionen zwei Drittel aller weiblichen Niedriglöhner. Da in amtlichen Niedriglohnstatistik aus methodischen Gründen keine Teilzeit- und Minijobberinnen erfasst sind, ist das Ausmaß der Niedriglohnbeschäftigten noch viel größer.

Problematisch ist vor allem, dass die wachsende Erwerbsbeteiligung der Frau ausschließlich auf dem Zuwachs von Teilzeit und Minijobs beruht. So stieg nach Angaben der Bundesregierung die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Frauen von ca. 12,4 Millionen  im Jahr 2001 auf ca. 13,0 Millionen 2011. Allerdings ging die Zahl der vollzeitbeschäftigten Frauen um etwa 530.000 zurück. Die weibliche Teilzeitbeschäftigung nahm dagegen um 1,17 Millionen zu. Hinzu kommt ein Zuwachs bei den Minijobs um rund 313.000.

Diese Entwicklung dürfte maßgeblich dafür sein, dass der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern seit dem Jahr 2006 bei 23 Prozent liegt, in den alten Bundesländern sogar von 24 auf 25 Prozent gestiegen ist.

Für die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE sind diese Zahlen ein Armutszeugnis:

„Von einer Gleichberechtigung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt sind wir noch meilenweit entfernt. Viele Frauen wollen arbeiten, werden aber in schlechtbezahlte Teilzeitjobs und in Niedriglohnarbeit gedrängt. Es ist beschämend, dass die Regierung dagegen nichts unternimmt. An ihrer Spitze stehen mit Kanzlerin Merkel und Arbeitsministerin von der Leyen zwei Frauen, die aber offensichtlich mit der Lebenswirklichkeit der meisten Frauen nicht viel zu tun haben. Die Regierung legt Berichte vor und diskutiert Quoten in den Aufsichtsräten. Um die Lage von Millionen Frauen zu verbessen, war es dagegen nötig endlich einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn einzuführen und die Minijobs in reguläre, gleichbezahlte Jobs umzuwandeln.

Ein klares Zeichen müsste die Bundesregierung auch an die Schlecker-Verkäuferinnen senden, um diese tarifgebunden Arbeitsplätze im Einzelhandel zu erhalten.“

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