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Foto: Bundesarchiv
Foto: Bundesarchiv

»Unrecht kennt keinen Verrat«

Im Wortlaut von Jan Korte,

Von Jan Korte, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion DIE LINKE, anlässlich des Jahrestages des Attentats auf Hitler vom 20. Juli 1944. 


Vor 77 Jahren, am 20. Juli 1944, wagte eine größere Gruppe deutscher Offiziere um Claus Schenk von Stauffenberg und Henning von Tresckow in Verbindung mit dem zivilen Widerstand um Beck, Goerdeler und Mitgliedern des „Kreisauer Kreises“ den Sturz des Hitler-Regimes.

Viele von ihnen waren sicher keine Demokraten, aber von zentraler Bedeutung war ihnen, neben der Beendigung des Krieges, die Wiederherstellung des Rechtsstaates und das Ende staatlicher Willkür. Das missglückte Bombenattentat auf Hitler im Führerhauptquartier Wolfsschanze war der bedeutendste Umsturzversuch des militärischen Widerstandes in der Zeit des Nationalsozialismus. Er wurde noch am selben Tag blutig von den Nazis niedergeschlagen und in den Wochen danach wurden Tausende von Regimegegnern festgenommen, die genaue Zahl der Ermordeten ist nicht bekannt.

Die Einsicht, dass Unrecht keinen Verrat kennt, musste in der jungen Bundesrepublik hart erkämpft und muss gerade heute wieder gegen die Feinde der Demokratie und Ewiggestrige verteidigt werden. Auch die Verankerung der Breite und Vielfalt des Widerstands gegen den Nationalsozialismus in der Erinnerungskultur war ein mühsames Unterfangen. Vieles wurde dabei Jahrzehnte ignoriert, verdrängt, vergessen. Erst seit 1989/1990 hat sich ein vielfältiges, Entwicklungslinien, Brüche und Widersprüche akzeptierendes Bild vom Widerstand gegen den NS weitgehend in der Gesellschaft durchsetzen können.

Für die LINKE ist dieser Jahrestag Anlass, um an alle mutigen Frauen und Männer zu erinnern, die dem verbrecherischen Terrorregime in unterschiedlichster Form Widerstand entgegenbrachten, egal ob sie aus der Arbeiter:innenbewegung, christlichen oder bürgerlichen Kreisen kamen.