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Türkei behindert Aufklärung eines mutmaßlichen Kriegsverbrechens

Nachricht von Nicole Gohlke, Andrej Hunko,

Nicole Gohlke (2.v.l.) und Andrej Hunko (3.v.l.) in den Bergen von Çatak

 

Vom 14. bis 18. September 2011 nahmen Nicole Gohlke und Andrej Hunko an einer internationalen 30-köpfigen Menschenrechtsdelegation in den Südosten der Türkei teil. Ziel der Delegation war, die Todesumstände der Internationalistin Andrea Wolf aufzuklären, die 1998 gemeinsam mit kurdischen Unabhängigkeitskämpfer/innen in der Türkei von der türkischen Armee getötet wurde. Es besteht der dringende Verdacht, dass Wolf Opfer eines Kriegsverbrechens wurde.

  Bereits im Juni 2010 war die Türkei vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt worden, weil die türkischen Behörden keine adäquate und effektive Untersuchung der Todesumstände von Andrea Wolf geführt haben. Um Gewissheit über die Ereignisse zu erlangen, wollte die Delegation, unter ihr viele Angehörige und Freunde von Andrea Wolf, in den Bergen von Çatak Massengräber aufsuchen, in denen auch die Leiche der damals 33-Jährigen vermutet wird. Die Delegation wurde vom türkischen Militär gehindert, zu den Gräbern zu gelangen und wurde dadurch bei der Aufklärung des mutmaßlichen Kriegsverbrechens behindert. Nichtsdestotrotz wurden Strafanzeigen gegen Verantwortliche des türkischen Militärs eingereicht sowie die offizielle gerichtsmedizinische Untersuchung der Massengräber beantragt.

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