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Soziale Schieflage in Aschaffenburg verschärft

Im Wortlaut von Kornelia Möller,

 

 

Wie in jedem Jahr sind die Mitglieder der Fraktion DIE LINKE während der so genannten Parlamentarischen Sommerpause viel in ihren Wahlkreisen unterwegs. Vor Ort nehmen sie sich der Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger an, besuchen Betriebe und Vereine, engagieren sich für lokale und regionale Anliegen. Auf linksfraktion.de schreiben die Parlamentarierinnen und Parlamentarier über ihren Sommer im Wahlkreis.

 

Von Kornelia Möller

 

Erste Station meiner diesjährigen Sommertour durch das Flächenland Bayern war die Stadt Aschaffenburg. Seit 2005 besuche ich regelmäßig Aschaffenburg und die dortigen Sozialeinrichtungen. Den Kontakt stellte damals unser leider verstorbener Genosse Reinhold Rückert her. Ich wollte nun sehen, was sich in der Zwischenzeit seit meinem letzten Besuch verändert hat und wie sich die Situation vor Ort jetzt darstellt.

So besuchte ich zuerst die beiden von der Diakonie betrieben Sozialeinrichtungen, das Café Metropol und das angegliederte Sozialkaufhaus. Das Café Metropol soll als ein Ort der Begegnung und des Austausches, als ein Raum, der Integration fördert, und als ein Treffpunkt für verschiedenste Initiativen verstanden werden. Neben der Möglichkeit sich über verschiedenste Thematiken zu informieren und mit andern Menschen ins Gespräch zu kommen, bietet das Café Metropol auch eine Beratungsstelle für von Armut, Schulden, Arbeitslosigkeit und/oder Benachteiligung aufgrund Migrationshintergrund Betroffenen.

Das Sozialkaufhaus eröffnet für arme Menschen die Möglichkeit, sich in einer angenehmen Kaufhausatmosphäre mit Gütern des täglichen Bedarfs wie mit Textilien, Haushaltsgegenständen und -geräten sowie Medien einzudecken - und dies natürlich zu symbolischen Preisen. Vor allem die liebevoll gestaltete Kinderabteilung hat mir sehr gut gefallen. Den Kindern aber auch den Erwachsenen wird kein Gefühl des ´Bittstellens` vermittelt, sondern das des Willkommen seins.

Erschreckend fand ich hingegen die vom Projektleiter Herrn Grose genannten Zahlen; so hat sich in den letzten 3 Jahren die Inanspruchnahme des Kaufhauses - täglich kaufen dort 200 Menschen ein - verdoppelt. Dies zeigt ganz klar, dass die Verarmung der Gesellschaft immer weiter voran schreitet. Kinder sind dabei immer die, die am meisten darunter zu leiden haben. So waren Herr Grose und ich uns darin einig, dass Kinder, deren Eltern Hartz IV beziehen oder von Armutslöhnen leben müssen, nicht gesund ernährt werden können. Daran ändern auch Tafeln nichts.

Als nächstes stattete ich dem Café Grenzenlos einen Besuch ab. Auch hier wird deutlich, dass die Arbeit des Cafés mehr als notwendig ist, da täglich über 140 Mahlzeiten verkauft werden und das Lokal oftmals überfüllt ist. Das besondere an dem Café ist, dass in einem schönen Gastraum mit tollem Service Essen zu sehr günstigen Preisen ( 1,--€ bis 1,80 €) angeboten wird.

Das große Engagement sowohl in den Projekten der Diakonie als auch im Café Grenzenlos haben mich sehr beeindruckt. Aber es ist auch ganz deutlich zu sagen, dass die Menschen vor Ort etwas besseres verdient haben als das, was die Bundesregierung und Rot/Grün ihnen zubilligen.

Ein gutes Leben ist möglich! Und wir kämpfen in Aschaffenburg wie anderswo gemeinsam weiter darum.

 

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