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Sommer im Barnim

Im Wortlaut von Sabine Stüber,


Sabine Stüber (2.v.l.) zu Besuch bei der Niederfinower Firma "Zimmermanns Senf"

Von Sabine Stüber

Auch in diesem Jahr ziehe ich wieder zusammen mit meinen Abgeordnetenkollegen Margitta Mächtig und Dr. Michael Luthardt mit der Sommertour durch den Barnim. Bereits zum 13. Mal besuchen wir Vereine, Unternehmen oder Einrichtungen und stellen uns bei den Sprechstunden unter freiem Himmel den Fragen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger.

Heute besuchten Michael Luthardt und ich landwirtschaftliche Betriebe in unserem gemeinsamen Wahlkreis. Los ging es mit der Firma „Zimmermans Senf“ in Niederfinow, eine wirklich bekannte Größe in unserer Region. Herr Zimmermann zeigte uns die Produktionsstätte und erzählte aus dem Firmengeschehen. Als Direktvermarkter im eigenen Hofladen bietet er rund 40 Senfsorten, Gewürze und ungewöhnliche Biere und Weine an. Oftmals legen die Besucher des benachbarten Schiffshebewerks einen Stopp ein und nehmen seinen Senf als Urlaubssouvenir mit nach Hause. Aber auch Stammkunden, sogar aus München, kann das kleine Unternehmen vorweisen. Fehlende Vernetzung der touristischen Anbieter und der Fachkräftemangel sind Probleme, die er uns mit auf den Weg gibt.

Die zweite Station führte uns zum „Hof Schwalbennest“ in Peelitz. Die Familie Bressel wirtschaftet dort nach den strengen Demeter-Vorgaben und vermarktet die Produkte ebenfalls im eigenen Hofladen. Schafe, Kühe und Geflügel werden hier ebenso artgerecht gehalten, wie die derzeit 15 Katzen als „Schadnagerbekämpfung“. Als Betreiber eines kleinen Bio-Bauerhofes sehen sich die Bressels einigen Widrigkeiten ausgesetzt, und gerade mein Kollege im Landtag konnte hier einige Problemstellungen für die weitere Arbeit mitnehmen. So ist zum Beispiel der Flächenerwerb für die Kleinbauern durch drastisch gestiegene Preise schier unmöglich. Nach Bressels Angaben treibt die BVVG – eine Gesellschaft des Bundes, die ehemals volkseigene Land- und Forstwirtschaftsflächen in Ostdeutschland privatisiert –  die Preise im Bieterverfahren künstlich in die Höhe. Bekam man vor einigen Jahren noch Ackerland zum Preis von ca. 2.000 Euro pro Hektar, so sind es inzwischen 10.000 Euro. Aber auch die Neufestlegung der Beiträge zur Berufsgenossenschaft benachteiligt die Bauern, die nicht auf große Ackerflächen setzen, die mit riesigen Maschinen von nur einem Mitarbeiter bestellt werden.

Zuguterletzt besuchten wir die Ziegenkäserei Pörschke in Brodowin. Herr Pörschke zeigte uns sowohl die Käserei, als auch die Tierhaltungsanlagen inklusive Melkstand. Einmal pro Woche fertigt er aus der frischen Ziegenmilch seiner 63 Tiere Ziegenfrischkäse und Ziegenfeta. Auch er setzt auf die Direktvermarktung in seinem Hofladen. Verkosten konnten wir die leckeren Milch- und sogar Fleischprodukte auch und widerstanden nicht, selbst noch etwas einzukaufen.

 

linksfraktion.de, 18. Juli 2013

 

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